Nazareth / Snakes „N“ Ladders / 1989

Das 17. Album Snackes „N“ Ladders von Nazareth ist ein richtig gutes geworden. Im übrigen das letzte mit Manny Charlton einem ihrer Gründungsmitglieder. Da hat der tolle Gitarrist sich nochmals richtig ins Zeug gelegt! Der Tonträger kann bestens gefallen und hat einige knackige Rocksongs auszuweisen. Animals legt furios los und Lady Luck ist ein Blues Rock Kracher erster Güte. So startet die Band hervorragend in das musikalische Abenteuer Ende der 80er. Beide Songs sind richtig knackig und die Gitarre von Manny Charlton ist irrsinnig kraftvoll gespielt. Hang On A Dream ist sehr atmosphärisch gehalten. Eine der schönsten Balladen, die Nazareth in ihrer langen Karriere je aufgenommen haben. Nie langweilig und ein grandioser Dan McCafferty in Höchstform am🎙️. Mit Piece Of Me Heart geht es dann im ähnlichen Fahrwasser weiter. Nur, die Klasse des vorherigen Song, wird nicht annähernd erreicht. So endet die erste Seite mit ganz starken Tracks.

Seite 2 beginnt mit einem flotten Rocker. Trouble „beisst“ richtig zu. Rhythmus, Gitarren und Chorus passen vorzüglich. Live eine sichere Bank. The Key ist ebenfalls gelungen. Nicht mehr so „zwingend“ zupackend aber immer noch ein guter Rocker. Back To School hat eine fast schon bedrohliche Grundstruktur. Nach vorne rockend, ist der Song einfach prächtig gespielt – tolle🎸. Girls schliesst die LP Seite ab. Ein schnell gespielter Song mit klaren Strukturen, machen diesen Song wirklich spannend. Donna – Get Of The Track eröffnet die neue LP Seite. Was für ein geiler Song hören wir da. Treibend und mit einer grossartigen Melodie unterlegt, haut der Song voll rein. Nächster Rillen halt ist dann See You, See Mee. Auch da ein Song der gut in die Ohren geht. Die Reibeisen Stimme von Dan McCafferty kommt da voll zum tragen. Auch da, richtig tolle Gitarrenarbeit! Helpless bildet dann den Abschluss der regulären Tracks für dieses Album. Eine typische Band Ballade bekommen wir da serviert. Nicht spektakulär gespielt aber mit angenehmer Ausrichtung.

Nun bekommen wir noch eine Bonusseite. Einen Studiosong und 2 live Aufnahmen. Winner Of The Night ist recht „kitschig“ geraten und der seichten Pop Music geschuldet. Na ja, wem es gefällt! Zum Glück schaffte der Song den Sprung nicht auf den offiziellen Tonträger. Die zwei Konzertmitschnitte, Wok Up This Morning und Bad Bad Boy haben dann ein anderes Kaliber vorzuweisen. Da wird gerockt bis sich die Balken biegen – einfach toll. Verteilt auf alle LP Seiten, nummerieren sich die Songs wie folgt:

Side One

Animals, Lady Luck, Hang On To A Dream, Piece Of Me Heart

Side Two

Trouble, The Key, Back To School, Girls

Side Three

Donna – Get Off That Crack, See You See Me, Helpless

Side Four

Winner Of The Night, Woke Up This Morning (live Germany), Bad Bad Boy (live in Germany)

Ich finde auch das Cover sehr gelungen. Die Schlange soll wohl ein bissiges Album assoziieren. So kann man es jedenfalls interpretieren. Da die Anzahl Tracks nicht alle auf einer einzelnen LP ihren Platz gefunden hätten, bekommen wir da ein zusätzliches Vinyl, wo eben auch noch Bonusstücke uns beschenken. Die Aufnahmequalität des Vinyl Tonträger ist sehr gut. Das Album ein würdiger Abschluss von Manny Charlton, der bekanntlich die Gruppe leider verliess. Ich finde ein ganz starkes Rockalbum ist da der Band gelungen. Für mich gehört es definitiv in die🔝10 ihres umfangreichen Backkatalog!

Album: Snakes „N“ Ladders

Music Expert:*****

Beste Songs: Animals, Lady Luck, Hang On The Dream, Trouble, Girls, Donna – Get Of The Track, See You See Me

Classic Rock

Fleetwood Mac / Top Song / The Chain / 1977

Es gibt so viele geniale Songs, die einfach das gewisse Etwas haben. Einer davon ist The Chain von Fleetwood Mac vom Album Rumours aus dem Jahr 1977. Der Song ist einfach unglaublich spannend anzuhören. Es ist wie ein Puzzle🧩das zusammengesetzt werden muss. Eine Eröffnung, ein Mittelteil und ein finales Ende fügen sich so zusammen, dass die 4:28, schlussendlich wie aus einem Guss kommen. Das ikonische Rock-Bass Solo von Jon McVie verleiht der Songstruktur den speziellen „Kick“ und gibt den Weg frei für das treibende Gitarrensolo im Schlussteil von Lindsey Buckingham.

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Was den Song von Fleetwood Mac so stark macht:

🌫️ Der Anfang – Verletzlich & distanziert

Der Song beginnt fast schwebend. Stevie Nicks singt die ersten Zeilen sehr ruhig, fast brüchig.Ihre Stimme klingt nicht wütend – eher resigniert. Das ist keine Explosion, das ist Nachwirkung.👉 Emotional fühlt sich das an wie: „Wir wissen beide, dass es vorbei ist – aber es tut noch weh.

🎙Der Dialog – Stevie & LindseySongstruktur Jon & Mick & Christine

Wenn Lindsey Buckingham einsetzt, entsteht etwas fast Unangenehmes – ein musikalischer Dialog zwischen Ex-Partnern. Live sieht man sich an. Es wirkt fast schon bedrohlich. Die Rhythmusabteilung Jon McVie (b) und Mick Fleetwood (d) bilden ein Fundament mit einer Dichte, die kein durchdringen erlaubt. Christine McVie (k) ergänzt mit ihrem Tasteninstrument die Songstruktur vorzüglich.

👂Erlebnis

Struktur des Songs – 3 Phasen

• Spannungsufbau – fühlbar

• Textlich Vorwürfe/verletzter Stolz

Melodie bleibt „haften“

Besonders die Zeile:„And if you don’t love me now…“klingt weniger wie Bitte– mehr wie endgültige Feststellung. Das ist nicht „kämpf um mich“. Ist „dann ist es jetzt wirklich vorbei“. Im übrigen ist auf dem Album Rumours The Chain der einzige Song, wo alle Band Protagonisten als Songschreiber aufgeführt sind!

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Zusammengefasst, was The Chain“ so einzigartig macht:

  • 🌫️ Dieses schwebende Intro – fast zerbrechlich, sehr intim
  • 🫶Stimmung
  • 🎸Basslinie im Mittelteil – famos
  • 💔 Die Stimmen von Stevie Nicks & Lindsey Buckingham – man hört förmlich das echte Beziehungsdrama
  • 🥁 Der langsame Spannungsaufbau – nichts wird überstürzt
  • ⚡ Der Umschwung in den treibenden Teil – wie ein emotionaler Ausbruch
  • 🎸Der finale Teil mit dem Gitarrensolo von Lindsey Buckingham

Es ist einer dieser Song, einmal gehört und abgespeichert. Wenn man bedenkt, dass The Chain nicht als Single auf den Markt kam, erstaunt die grosse Bewunderung für diesen genialen Song um so mehr! Bei über 40 Millionen verkauften Rumours Tonträger, hätte man vermutlich alle Songs als Singles herausgeben können. Es gibt nur ganz wenige Alben mit dieser Hitdichte!

Song: The Chain

Album: Rumours

Time: 4:28 Studioversion (Live bis gegen 6:00)

Classic Rock, Unterstützung ChatGBT

Thunder / Bang / 2008

Als die Alben von Deep Purple in den 90er immer belangloser wurden, setzten viele auf die Hard Rocker Thunder. Diese ebenfalls aus England kommend, hatten bereits in den frühen 90iger beachtliche Erfolge auf der Insel und vielen Länder in Europa. Die Amerikaner waren nur bedingt empfänglich für ihren knackigen Sound. In regelmässigen Abständen, erstellten die sympathischen Jungs durchgehend🔝Tonträger. Das schlicht betitelte Album Bang aus dem Jahr 2008 ist guter Rock „Stoff“ mit Songs, die immer mit einer feinen Melodie in Eintracht stehen. Die knallharten Hard Rocker waren die Mannen um Luke Morley und Danny Bowes eh nie. Ihre Ausrichtung kann man bei Rock bis Rock Hard zuordnen. Eine schmissige Ballade ist ihnen auch nichtDie Band hat erstklassige Alben auszuweisen. Bang ist zweifelsohne gut, kommt aber nicht unter ihre 🔝5 Alben heran.

Der Starter On The Radio ist ein eingängiger Song, dieser sofort in den Gehörgängen sitzen bleibt. Nicht spektakulär aber einfach gut gemacht. Song Nr.2 Stormwater geht im Prinzip in die gleiche Richtung ohne aber Akzente zu setzen. Da ist dann Carol Ann spannender anzuhören. Schöner Aufbau mit der akustischen Gitarre, bis dann der Chorus übernimmt. Retribution hat ein gutes Feeling und kann als Halbballade durchgehen und überzeugen. Der Song erzielt gute Stimmung. Candy Man rockt dann wieder ganz ordentlich. Nicht besonders einfallsreich aber immer noch knapp über den Durchschnitt. Mit Have Mercy geht die Band wieder auf den Pfad des atmosphärischen Sounds. Gute Struktur durch den ganzen Song mit einer Steigerung durch Tempo, machen den Song spannend. Watching Over You ist dann ein Song mit schöner Melodie, getragen von der tollen Stimme von Danny Bowes. Der Song Miracle Man fängt mit einem „Killer“ Gitarren Riff von Luke Morley an und überzeugt voll und ganz. Es ist der härteste Song auf diesem Album! Davon hätte ich mir mehr gewünscht! Turn Leeft To California ist ein geiler Song. Folkig und von einer Rockstuktur getragen, überzeugt der Song auf der ganzen Linie. Sack starkes Klangbild! Love Sucks fällt dann ab im Vergleich zum Vorgänger Track deutlich ab. Nicht schlecht gemacht aber auch nicht wirklich zwingend. One Bullet ist dann eine feine Ballade mit tollen Gitarren und einer intimen Stimmung, die einfach fantastisch rüberkommt. Honey macht dann den Abspann auf diesem Tonträger. Ganz okay der Song, mehr dann aber doch nicht, obwohl er ordentlich rockt. So endet das Album ganz passabel.

CD

One The Radio, Stormwater, Carol Ann, Retribution, Candy Man, Have Mercy, Watching Over You, Miracle Man, Turn Leeft At California, Love Sucks, One Bullet, Honey

Die Band legte immer wieder mal eine Pause ein, die letzte bedingt durch die Krankheit ihres Sängers. Ihre Tonträger sind bestens zu empfehlen. Auch wenn dieser hier nicht als Referenzalbum in ihrem Backatalog steht. Trotzdem, es ist immer noch ein hörenswertes Album. Ihr Sänger hat eine markante und unglaublich gute Stimme. Luke Morley ist ein wirklich guter Gitarrist. Die Rhythmus Abteilung spielt tight auf den Punk. Man merkt die Band ist in all den Jahren gewachsen und ist nicht nur per Zufall bis heute zusammen. Alle Tonträger der Band sind auch in Form von Vinyl erhältlich! Wertig erstellt und das Vinyl in Farbe! So macht es Spass!

Album: Bang

Music Expert:****

Beste Songs: One The Radio, Carol Ann, Have Mercy, Miracle Man, Turn Left At California, One Bullet

Classic Rock

Deep Purple / Live In Europa 1993 / Schleyer Halle / At The Nec

Von den Hard Rock Legende Deep Purple gibt es inzwischen unzählige Live Alben! Als nicht Fan ist eigentlich nur ihr Machwerk Live In Japan aus dem Jahr 1972 zwingend. Wenn man noch spätere Live Einblicke sein Eigen nennen will, kommt es darauf an, welche Besetzung man bevorzugt. Ich empfehle die Box Live 1993, weil da 2 Konzerte an verschiedenen Orten in Europa in einer adretten CD Box zusammen gefasst sind – beide aus dem Jahr 1993. Die grossartigen Konzerte sind in der „Mkll“ Originalbesetzung eingespielt worden und können klangtechnisch bestens überzeugen. Der Sound drückt so richtig aus den Boxen. Das Zusammenspiel ist grossartig. Spannend auch, weil die Alben Perfect Strangers, House Of Blue Light und The Battles Rages On abgebildet werden. Und ja, es sind wenn ich mich nicht irre, so ziemlich die letzten Konzerte von und mit Ritchie Blackmore! An der Gitarre ein Genie, menschlich ein…….! Kenner wissen sicher, was ich da meine. Bei den zwei vollständigen Konzerte ist auf jeden Fall die Schleyerhalle in Stuttgart zu bevorzugen, obwohl natürlich auch das Birmingham-Konzert nicht zu verachten ist. Das Konzert in England gibt es im übrigen auch im Format DVD und da sind ernsthafte Spannungen schon augenfällig auszumachen! Blackmore➡️Gillan!

Musikalische Highlights bei diesen Konzerten gibt es einige! Perfect Strangers, Knocking At Your Back Door, Anyone‘s Daughter, Anya, The Battels Rage On, A Twist In The Tale und natürlich die üblichen Verdächtigen. Wenn er will der Ritchie Blackmore, dann ist er natürlich eine ganz grosse Nummer. Als Beispiel sei mal der Track Anya genannt. Bei diesem mystischen Song zaubert er auf seiner weissen Fender unglaublich schöne Gitarrenlinien – magisch! Ein wirklich genialer Song. Wenn er nicht will, kann es schon mal vorkommen, dass er auf der Bühne lieber seine Abneigung gegenüber Ian Gillan offen zeigt, als Smoke On The Water anständig zu spielen. Ja, er ist eben ein sonderbarer Zeitgenosse. Diese tollen Live Auftritte sind in der Besetzung Roger Glover (b), Ritchie Blackmore (g), Jon Lord (k), Ian Gillan (v) und Ian Paice (d) eingespielt worden. Für die meisten und auch für mich die beste Besetzung von Deep Purple. Hat schon etwas magisches, wenn die Herren störfrei ihre individuelle Klasse zum Besten geben! Verteilt auf die 2 Konzerte verteilen sich die Songs wie folgt:

CD Schleyerhalle Stuttgart, 16.10.93

Disc 1: Highway Star, Black Night, Talk About Love, A Twist In The Tale, The Mule, Beethoven‘s Ninth, Knocking At Your Back Door, Anyone‘s Dsughter, Child In Time, Anya, Disc: 2, The Battle Rages On, Lazy, In The Hall Of The Mountain King, Space Truckin‘, Woman From Tokyo, Paint It Black, Speed King, Hush, Smoke On The Water

CD Nec Birmingham, 9.11.93

Disc: 3 Highway Star, Black Night, Talk About Love, A Twist In The Tale, Prefect Strangers, Beethoven: John’s Keyboard Solo, Knocking At Your Back Door, Anyone’s Daughter, Disc 4: Child In Time, Anya, The Battle Rages On, Lazy, Drum Solo, Space Truckin‘, Woman From Tokyo, Paint It Black, Hush, Smoke On The Water

Eigentlich traurig, dass nach 1993 die Band nie mehr in dieser Besetzung existierte. Bekanntlich entfernte sich Ritchie Blackmore immer mehr der Rockmusik. Sein neues Betätigungsfeld ist bis heute eine folkloristische, mittelalterliche Musik mit Renaissance-Einflüssen! Schön, wer da Gefallen daran findet, ich finde es „gruselig“, wenn man dann noch die Verkleidungen auf der Bühne sieht…! Deep Purple verkraftete den Abgang ihres Gitarristen und macht bis heute im überschaubaren Zeitfenster Alben. Mal schlechtere, mal bessere! Ihr letzter Tonträger aus dem Jahr 2024 war grossartig! Der neue Gitarrist Simon McBridge (Ersatz für Steve Morse 1994-2022) ist eine ausgezeichnete Wahl. Er bringt wieder mehr das Element Hard Rock in das Gesamtpaket Deep Purple – gut so!

Album: Live In Europa 1993 Stuttgart/Birmingham

Music Expert:*****

Bevorzugtes Konzert: Schleyerhalle Stuttgart

Hard Rock

Nazareth / Sound Elixier/ 1983

Die 80er waren schwierige Jahre für Bands, die in den 70iger den traditionellen Hard Rock zelebrierten. So hatte auch die schottische Band Nazareth mit ihrer Identität zu kämpfen. Das vorliegende Album ist ein abwechslungsreiches geworden. Insgesamt ist der Tonträger dem Genre Rock mit Pop Anleihen zuzuordnen. Man schaffte den Spagat zwischen der vergangenen musikalischen 70er und der Zeit, wo sich viele Bands neu ausrichteten. Das vorliegende Album ist nach meinem Empfinden ein richtig starkes Rockalbum geworden! Die ersten 4 Songs auf der ersten Seite sind richtig toll. Einprägsam und mit tollen Melodien versehen. All Nith Radio ist ein richtig guter Rocksong. Ebenfalls ist Milk & Honey gelungen. Der Rhythmuswechsel ist ganz stark. Whippin‘ Boy glänzt ebenfalls. Es ist der härteste Song auf diesem Album, dieser sofort ins Ohr geht. Er ist in alter Tradition der Band gehalten. Backroom Boys ist ebenfalls ein guter Track. Seite zwei ist nicht mehr so stark, hat aber immer noch Tracks, die dem Mittelmass trotzen. Why Don’t You Read The Book kommt ganz gefällig aus den Boxen. Rags To Riches geht richtig gut ins Ohr. Ja, da haben wir eben den typischen Sound der 80er Jahre. Local Still ist ein veritabler Boogie Rocker. States Quo lassen grüssen! Der Song macht ordentlich Dampf. Eine tolle Ballade gefällig? Mit Where Are You Now hat die Band einen tollen Song an Board. Es ist eines ihrer besten Romantik Songs und auf jeden Fall die bessere Option als ihr Hit Dream On vom letzten Album. Auf 2 LP Seiten verteilen sich die Songs wie folgt:

Side One

All Nite Radio, milk & Honey, Whippin‘ Boy, Rain On The Window, Backroom Boys

Side Two

Why Don‘t You Read The Book, I Ran, Rags To Riches, Local Still, Where Are You Now

Die Band Nazareth aus Dunferlmine spielten da nach meiner Einschätzung nach ein beachtliches Album ein. Der zusätzliche 2 Gitarrist Billy Rankin hat dem damaligen Sound gut getan. Es ist ein kompaktes Album, ohne Schwächen mit einigen tollen Songs. Kommerziell enttäuschte das Album – leider! Den meisten Songs kann man eine gute Melodie attestieren und das spricht definitiv für das vorliegende Album. Die Aufnahme: Glasklarer Sound, der keine Wünsche offen lässt. Das Remaster ist hervorragend und die orange Pressung gelungen. So macht es Spass dem gebotenen zu lauschen. In meinem persönlichen Ranking gehört das Album in die🔝10 des Backkatalog der Band.

Album: Sound Elixir

Music Expert:****

Beste Songs: All Nite Radio, Milk & Honey, Wippin’Boy, Why Don’t You Read The Book, Rages To Riches, Local Still, Where Are You Now

Classic Rock

Stevie Nicks / Rock A Little / 1985 / 2025 Mofi limitiert

Ein tolles Album ist Rock A Little von Stevie Nicks. In der „neuen LP Version“ Mobile Fidelty Sound Lab auf jeden Fall was für den „Feinschmecker“ des audiophilen Geschmacks. Was da von den Original Bändern auf 2 LP übertragen worden ist, kann als Weltklasse bezeichnet werden! Besser kann da das Klangerlebnis für dieses Album nicht sein. Auch die ganze Aufmachung des Tonträgers ist fantastisch. Die aufklappbare Aussenhülle ist wertig. Der Karton richtig fest, liegt gut in den Händen. Auf der Innenseite sind alle Songs gut lesbar abgedruckt. So macht es einfach Spass diese LP in der Hand zu halten und zu drehen und Bilder anzugucken. Das 85er Album war bereits ihr 3er Solo Tonträger mit einer Platzierung US-Billboard 12. Das Album entstand in der Zeit nach dem Fleetwood Mac Album Mirage (1982) und vor Tango In The Night (1987). In dieser Lebensphase ging es der charismatischen Sängerin gesundheitlich gar nicht gut. Suchtprobleme u.a. Kokain und Tabletten zerstörten fast ihr Leben. Das Album ist stark in Sprache und Ton. Die Themen spiegeln ihr Leben ab. Instabile Liebesbeziehungen, innere Kämpfe, emotionale Zeit etc. Ihr Leben war zu diesem Zeitpunkt chaotisch und geprägt von Stress, innere Unruhe und grosser Erwartungshaltung. Erschöpfung und eben Drogenprobleme erschwerten das tägliche Leben.

Musikalisch hatte das Album einiges zu bieten. I Can‘ White war richtig gutes 80er „Futter“ mit viel Synthesizer. Rock A Little (Go Ahead Lily) ist einfach toll anzuhören. Die Gesangslinien von ihr haben so einen lasziven Tonfall, einfach atemberaubend…! Ebenfalls erwähnenswert ist natürlich einer ihrer🔝Songs mit Namen Talk To Me! Was für ein Klasse Song mit einer Melodie/Refrain, der einfach sitzen bleibt. Platz Nr.4 war in den Staaten der verdient Lohn für diesen coolen „Ohrwurm“ Song. Die restlichen Songs sind alle gut abhörbar und können keine Schwächen ausmachen. Die Stimme hört sich zum Teil gebrechlich an, was aber sehr reizvoll anzuhören ist, wie ich finde. Die Songs verteilen sich wie folgt auf 4 Seiten:

Side One

Rock A Little ( Go Ahead Lily)

Side Two

Sister Honey, Sing Gor The Things, Imperial Hotel

Side Three

Some Become Strangers, Talk To Me, The Nightmare

Side Four

If I Where You, No Spoken World, Has Anyone Ever Written Anything For You

Es ist ein wirklich gutes Album, dieses für die damalige Zeit modern produziert worden ist. Es ist im Sound Gewand dem Pop und Rock zuzuordnen. Ich würde mal sagen, es ist im „typischen“ Steve Stil erarbeitet worden. Alles was die grossartige Sängerin geschrieben hat, ob bei ihrer Stammband Fleetwoood Mac oder eben unter ihren Namen, hat meistens etwas geheimnisvolles an sich. Es sind mystische Geschichten, die sich einem nicht immer erschliessen. Meist sind sie verbunden mit einer faszinierenden Grundstruktur! Das Album gibt es in verschiedenen Variationen. Ich empfehle auf jeden Fall das Format LP. Klar, wer sich wirklich die klangliche Offenbarung aneignen will, kommt an diese limitierte Mofi Ausgabe nicht vorbei. Der Preis liegt auch dementsprechend zwischen 50 – 80 Franken – verschiedene Anbieter!

Album: Rock A Little

Music Expert:****1/2

Beste Songs: I Can‘ Wait, Rock A Little ( Go Ahea Lily), Talk To Me, No Spoken World, Has Anyone Ever Written Anything For You

Classic Rock

Nazareth / 1971

Das Debut Album von Nazareth ist eines der besseren im Genre Rock! Es hat 2 Klassiker auf diesem Album. Dear John und Morning Dew. Auch sonst kann das Album bestens überzeugen. Ob es das „düstere“ Fat Man ist oder das flockige Country Girl, muss jeder für sich entscheiden. Ebenfalls gehen der Starter Witchdoctor Woman und I Had A Dream gut ins Ohr. Red Light Lady ist dann wieder ein richtiger Knaller. Ein zweiteiliger Song ist es geworden – hart und zart! Auch die restlichen Songs halten ein gutes Niveau. Die schottische Band hatte einen charismatischen Sänger mit Dan McCafferty und mit Manny Charlton einen tollen Gitarristen. Die Rhythmusabteilung mit Pete Agnew am Bass und Darrell Sweet an den Drums war der Garant für ein starkes Fundament. 2 Musiker müssen noch erwähnt werden! Pete York und Dave Stewart bereichern bei 2 Tracks das Album. Klingelts bei den Namen? Die 9 Songs verteilen sich auf dem Vinyl wie folgt:

Side One

Witchdoctor Woman, Dear John, Emthy Arms, Empthy Heart, I Had A Dream, Red Light Lady (parts 1 & 2)

Side Two

Fat Man, Country Girl, Morning Dew, King Is Dead

Der Tonträger ist für die Band der Start für eine in den 70iger erfolgreiche Karriere! Obwohl man bei ihrem Erstling nur bedingt ahnen konnte, dass der weitere musikalische Weg in den Hard Rock münden würde. Das zweite Album war nämlich eher ein Rückschritt, wo man leider ein bisschen orientierungslos zu Werke ging. Weder „Fisch noch Vogel“, um es salopp auszudrücken. Aber ab dem Album Nr.3 Razamanaz, ging die Post dann aber so richtig ab! Lasst mich noch etwas zu der LP/technisches sagen. Es ist ein extrem gutes Remaster und das farbige Vinyl, wie bei allen Neuauflagen von der Band, schlicht und ergreifend fantastisch anzuhören. Da muss ein grosses Lob an Salvo/BGM ausgesprochen werden. Genau so generiert man einen Mehrwert beim Format Vinyl. Wenn der Klang dann noch so knackig und toll ist, muss man einfach die Option Vinyl ziehen!

Album: Nazareth

Music Expert:****

Beste Songs: Witchdoctor Woman, Dear John, Red Light Lady, Fat Man, Country Girl, Morning Dew

Classic Rock

Luther Allison / Let‘s Try It Again / 1989

Luther Allison, einer der Besten seines Faches Live In Berlin. Die Blues Rock Ikone mit einem tollen Blues Rock Feuerwerk. Das eingängige Eröffnungslied mit Namen Serious lässt den Meister langgezogene Gitarrenlinien in diesen „flüssigen“ Song einfügen. Backtrack ist dann ein knackiger Blues Shuffle. Was jetzt folgen sollte ist einer der Höhepunkte an diesem Abend. Let‘s Try It Again ist ein slow Blues Song für die Seele. Atmosphärisch und mit viel Gefühl gespielt, packt der Song den Zuhörer schon ab der ersten Sekunde. Wunderbar passend das Saxophon und die gelegentlich eingesetzten Keyboard Passagen. Die Gitarre „schlängelt“ sich durch den Song, bis dann zum Finale das Gaspedal durchgedrückt wird. Mit 9:27 hat der Song die „richtige“ Länge.

Freedom ist gitarrentechnisch auf hohem Niveau angesiedelt und besticht mit Funk Einschlag und einer getragenen Melodie, wo wieder das Saxophon Akzente setzt. Spannende 7:35 lassen uns aufmerksam zuhören. Life Is Bitch ist Blues Rock pur. Just Memories ist dann ganz nett aber eher blass im direkten Vergleich seiner vorherigen Tracks. Fight besitzt dann ein anderes Kaliber! Frisch und knackig geht es zur Sache. Die raue Stimme von Luther Allison passt bei den knackigen gespielten Blues Rock vorzüglich. Bad News Is Coming nimmt dann Fahrt auf, um die Slow-Blues Fahrt durch die „Blues-Avenue“ im Cabriolet zu geniessen. Wunderbare Passage „mit der Sprechenden Gitarre“ bereichern den Song. Just My Guitar (And Me) schaltet dann wieder die Gänge höher. Ein schnell gespielter Blues Rocker animiert zum mitmachen…! Wer da ruhig sitzen bleibt, dem ist nicht mehr zu helfen. Now You Got It ist dann richtig „lässig“ funky gespielt. Auch der Song geht in die Beine. Let‘s Have A Little Talk ist ein langsam gespielter Blues. Gediegen führt uns der Protagonist durch den Song. The Dock The Bay beendet den Tonträger, diesmal ohne grosse Aufregung! Die Songs verteilt auf dem Silberling:

Serious, Backtrack, Let‘s Try It Again, Freedom, Life Is A Bitch, Just Memories, Fight, Bad News Is Coming, Just My Guitar (And Me), Now You Got It, Let‘s Have A Little Talk, The Dook The Bay

Es ist eine sehr gute Blues Scheibe die da Luther Allison und seine Band im Jahr 1989 eingespielt haben. Mal gediegen und dem Blues gerecht „langsam“ ins Ziel führend, um dann aber auch Shuffle mässige Blues Rocker „rauszuhauen“…! Zutaten: Gitarren, Keys, Saxophon, Drums und seine raue Stimme. Zwischendurch eine Brise Funk, garantiert ein abwechslungsreiches Live Erlebnis. Leider ist der Silberling nicht remastert! Man merkt es an der geringen Lautstärke. Man muss da am Pegel zünftig drehen, um da ein Live Erlebnis ins Wohnzimmer zu bringen.

Album: Let‘s Try Again Live 89

Music Expert:****

Beste Songs: Serious, Backtrack, Freedom, Let‘s Try It Again, Freedom, Bad News Is Coming, Just My Guitar (And Me)

Blues Rock

Dire Straits / One Every Street / 1991

Das letzte Album von Dire Straits unterscheidet sich ziemlich von den 5 vorherigen Studioalben. Mastermind Mark Knopfler gibt uns da einen Vorgeschmack auf seine kommenden Solowerke. Dieser letzte Tonträger unter dem Banner der Band, ist ein feines Werk geworden. Ruhige Tracks die in Tiefe gehen und einfach grosse Klasse haben. Natürlich hat es die 2 allseits bekannte Songs, diese die „alten“ Fans bedienen. Das mysteriöse Calling Elvis ist einer der besten Songs von Mark Knopfler und seinen Jungs in ihrem Backkatalog. Dieser treibende Beat hat etwas ganz spezielles an sich. Richtig toll und faszinierend anzuhören, wie hypnotisch der Song ins Finish „galoppiert“. Es wird da ganz grosses Kino geboten! Ebenfalls reisst der Track Heavie Full alle Zäune nieder. Der härteste Song auf diesem Album. Die Gitarre treibt den Song voran und lädt ein zum abrocken.

Der Country angehauchte Track When It Comes You mit federleichten Gitarrenspiel ist herrlich. Die Songs wie One Every Street, Planet Of New Orleans und How Long sind einfach toll. Auch die restlichen atmosphärischen Songs bewegen sich alle klar über dem Durchschnitt. Das zum Teil eingesetzte Saxophon oder eine feststellbar leichte Affinität zum Jazz, tut diesem Album gut und macht es abwechslungsreich und spannend. Das Album ist definitiv anders als seine Vorgänger und ich lege mich fest, es ist ein musikalischer Geniestreich! Das Album ist auch extrem gut abgemischt. Verteilt auf 4 Seiten listen sich die Songs wie folgt:

Side One

Calling Elvis, On Every Street, When It Comes To You

Side Two

Fade To Black, The Bug, You And You Friend

Side Three

Heavy Fuel, Iron Hand, Ticket To Heaven

Side Four

My Parties, Planet Of New Orleans, How Long

Der Klang dieses Tonträger ist fantastisch anzuhören. Das Original Master Recording von Mobile Fidelity Sound Lab ist sagenhaft gut gelungen. Die Musik füllt den Raum. Das ist ein Sound zum niederknien. Jeder Ton ein Genuss für die Ohren. Jedes Instrument hat im Mix den richtigen Platz, um sich grandios zu entfalten. Die Stimme von Mark Knopfler kommt so aus den Boxen, als stehe er im Wohnzimmer! Ich kann generell die „Mofi“ Tonträger bestens empfehlen. Hörgenuss pur! Erstaunlicherweise sehen viele Kritiker und Fans dieses Album im musikalischen Ranking der Band auf dem letzten Platz! Sie anerkennen es als ein gut bis sehr gutes Album. Sehen sich aber nach den „alten“ Sound! Ja, ich gebe zu es weicht von den bisherigen Alben schon ab aber ohne Einbusse von Qualität! Die einzelnen Songs sind einfach zu gut, um sich über den leichten Stilwechsel zu beklagen. Es steckt immer noch viel Dire Straits drin! Und he, Weiterentwicklung hat noch nie geschadet! In meinem persönlichen Ranking ist dieser Tonträger auf Platz 3. Knapp vorne liegen noch Brothers in Arm und Love Over Gold.

Album: Ervery Street

Musik Expert:*****

Beste Songs: Calling Elvis, One Every Street, When It Comes To You, The Bug, Heavy Fuel, Planet Of New Orleans

Classic Rock

Fleetwood Mac / LA Forum 1982 / Emotionen, Schweiss und Tränen

Es gibt Konzerte die sind sagenhaft gut, präzise und perfekt! Bei Fleetwood Mac war es im Jahr 1982 in Los Angeles überhaupt nicht so. Das Setlist mit den grandiosen Songs Sisters Of The Moon und Rhiannon war wie gemacht für die grossen Emotionen! Das Konzert hatte so ein ganz spezielles Feeling an diesem Abend. Leidenschaft „siegte“ über einen perfekten Konzertabend. Emotionen, Schweiss und Tränen offenbarten sich schonungslos dem zahlenden Publikum. Wer dabei war, konnte sich glücklich schätzen so etwas zu erleben. Wer das Konzert heute auf DVD (nach) erlebt, kann nur erahnen, wie sich die Stimmung und alles drum herum im Jahr 1982 zugetragen hat. Die Qualität der Konzertaufnahme ist ziemlich schlecht und Bedarf zwingend eine Restaurierung! Bin mir da gar nicht so sicher, ob es überhaupt eine offizielle Veröffentlichung ist!

Bei dem Song Sisters Of The Moon ist Stevie Nicks in ihrem dunkelsten, intensivsten Live Modus. Sie wirkt fast schon beschwörend, ängstlich, manisch und völlig losgelöst. Man muss wissen, dass sie in dieser Zeit ihre beste Freundin aus Jugendzeiten durch eine lange schwere Krankheit verloren hat. Somit war während der Tour ihr „Nervenkostüm“ dünn und emotional höchst empfindsam. Wenn man sich das 82er Konzert und den Song Sisters Of The Moon anschaut/hört, spürt man ab den ersten Takt diesen herzzerreissenden Vibe! Das gilt im übrigen auch für den Song Rhiannon. Die ganze Band war an diesem Abend ganz speziell drauf. Wenn man sich das Konzert ansieht, kann man sich dem Eindruck nicht erwehren, dass auch der „weisse Schnee“ seinen Teil zu diesem hypnotischen Happening beigetragen hat.

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Warum genau diese Versionen von Sisters Of The Moon und Rhiannon so unfassbar hypnotisch ist:

  • 🌑 Die Stimme: rau, gehetzt, manchmal fast schreiend – nicht „schön“, sondern brutal ehrlich.
  • 🥁 Das Tempo: live deutlich aggressiver als im Studio, treibend, nervös, bedrohlich.
  • 🕯️ Die Bühnenpräsenz: Stevie wie in Trance, wehende schwarze Tücher, Blickkontakt ins Nichts – halb Hexe, halb Rock-Göttin. Man sieht Tränen bei ihr. Sie leidet.
  • ⚡ Band am Limit: Das Bandgefüge funktioniert zwar aber alles ist auf „Messers Schneide“und Lindsey Buckingham legt seine raumfüllenden Gitarrenflächen drüber – es fühlt sich gefährlich und bedrohlich an.
  • Die Stimmung ist „kochend“ und verbindet so Publikum und Band.

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Viele Fans sagen völlig zu Recht:

Das ist der Moment, in dem Fleetwood Mac am nächsten am Abgrund klingt. Das Konzert ist rau und nicht so geschmeidig, wie man es sonst von der Band kennt. Mick Fleetwood ihr Drummer und Gründungsmitglied mit „wirren“ Augen, lässt tief blicken…! Christine McVie am Keyboard und Jon McVie am Bass halten den Sound zusammen so gut wie es eben geht. In der Nachbetrachtung ist es ein besonderes Konzerterlebnis. Schweiss, Tränen und Hingabe bis zum letzten Ton, so kann man es beschreiben. Kein „Feinschliff“ Konzert für Ästeten, nein ganz bestimmt nicht. Man fühlt unweigerlich mit dem Gebotenen mit und kann sich dieser hypnotischen Darbietung nicht entziehen. Es muss nicht immer ein perfektes Konzert sein, nein vielmals berühren andere Dinge viel mehr unser Herz! Und ja, dieses Konzert tut es definitiv, zumindest bei mir!

Konzert: Fleetwood Mac

Jahr: 1982

Ort: Los Angeles

Emotionale Songs: Sisters Of Th Moon, Rhiannon

Classic Rock, Unterstützung ChatGBT

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