Rory Gallagher / 1971

Nach seinem Ausstieg aus dem Power Trio und Band Taste, machte Rory Gallagher fortan sein „eigenes Ding,“ sprich eine grossartige Solokarriere hielt ab diesem Album Einzug. Dieses allererste Werk unter seinem Namen, ist bis heute ein Juwel im Genre Blues Rock. Was da der tolle Ire in Sachen Songwriting und Gitarrenlinien 1971 hergezaubert hat, ist bis heute zeitlos und voller Strahlkraft. Da wird an seiner Fender keine „Effekthascherei“ betrieben, nein da werden subtil und voller Intensität gitarrentechnische Geniestreiche zelebriert. Der Tonträger erstreckt sich über 10 Songs und einer Spiellänge von 47:06. Die Produktion übernahm der damals 23 jährige selber – erstaunlich! Dazu noch alle Songs selber geschrieben! Seine Begleitmusiker waren Gerry MacAvoy am Bass und Wilgar Campbell am Schlagzeug. Unterstützt wird die Band bei 2 Songs von Vincent Crans am Klavier. Daraus abgeleitet, also insgesamt wieder ein Power Trio wie bei Taste. Das Album ist gespickt voller Klasse-Songs. Angefangen bei dem gitarrenlastigen Eröffnungssong Laudromat, dieser bei vielen Konzerten ein fester Bestandteil im Set des Iren war. I Fall Apart glänzt mit feinen Gitarrensolos, die einfach als erhaben zu bezeichnen sind. Ein schöner Blues-Folk Song, unterlegt mit der gefühlsvollen Stimme des jungen Meisters. Wave Myself Goodbye ist ein Delta Blues „ähnlicher“ Song, dieser aufzeigt, dass auch ein junger Gitarrist solcher Sachen spielen kann – und wie! Das spielerische Hands Up ist knackig und kommt voller Intensität aus den Boxen. Auch da, eine famose Gitarre. Der Song hat das gewisse Etwas…! Einfach unglaublich, wie der Ire den Song spielt. Ebenfalls dann auch bei Sinne Boy, ein Knaller von einem Blues Rock Song.

Jetzt muss einfach der Höhepunkt des Albums besprochen werden, denn das ist nach meiner Meinung nach For The Last Time. Was für ein intensiver Song, dieser definitiv „unter die Haut geht.“ Ich denke bei diesem Track findet sich das schönste Gitarrensolo auf einem Studioalbum von Rory Gallagher. Wie er da ab 2:58-6:22 seine Gitarre streichelt ist nicht von dieser Welt. Kein schnelles Solo, nein eher ein langsames aber eines für die Seele. Nobelpreis daher – sofort! Auch Can’t Believe It’s True ist ein „Seelenfänger.“ Was für eine tolle musikalische Struktur hören wir denn da! Sogar leichte Jazz-Einflüsse nehmen ihren Platz ein. Die anderen nicht speziell erwähnten Songs sind ebenfalls gut – bis sehr gut. Das Cover ist in schwarz/weiss gehalten und gefällt. Inzwischen gibt es eine Box von diesem Album mit zusätzlich tollen Ergänzungen – einfach nur schön diese verdiente Würdigung. Durchschnittliches von diesem Ausnahmekönner, vergisst es Freunde des guten Geschmack! Die 10 Songs sind wie folgt auf 2 LP Seiten verteilt:

Side One:

Laundromat, Just The Smile, I Fall Apart, Wave Myself, Hands Up, Sinner Boy

Side Two

For The Last Time, It’s You, I’m Not Surprised, Can’t Believe It’s True

Ja, der Rory Gallagher hat ein umfangreicher Backkatalog, denn dieses Werk war bekanntlich sein erstes Solowerk. Und das „verrückte“ daran, es gibt kein schwaches Album des Iren. Bei insgesamt 11 offiziellen Studiotonträger und fast schon unzähligen Live Alben, ist das doch sehr beachtlich! Er gehört mit Sicherheit zu den Besten seiner „Zunft!“ Bei der allseits bekannten Beliebtheitsskala, gehört der Gitarrist/Songwriter mit Bestimmtheit zu den beliebtesten Gitarristen. Seine bodenständige Art, Live immer alles gebend, hatte schon was einnehmendes. Er liess sich nie verbiegen, liess sogar mal ein Album wieder „einstampfen“, weigerte sich immer wieder eine Single herauszugeben und lies den „Glimmer Twins“ mitteilen, dass er nicht gedenke der Nachfolger eines gewissen Mick Taylor zu werden. Zusammengefasst: Rory Gallagher war ehrlich, standhaft und „anfassbar“ für seine Fans! Feiner Mensch, toller Musiker, tolle Alben, tolle Songs – danke Rory!

Album: Rory Gallager

Music Expert:******

Beste Songs: Laundromat, I Fall Apart, Hands Up, Sinner Boy, For The Last Time, Can’t Believe It’s True

Classic Rock

Ten Years After / Ssssh / 1969

Im Woodstock Jahr 1969 erspielten Ten Years After ihr Album Ssssh, dieses sich auch in den Staaten glänzend verkaufte – Top 20. In UK ging das Album auf Platz 4. Kein Wunder also, wollte man die Band unbedingt für Woodstock verpflichten. Und ja, die Veranstalter machten alles richtig, denn TYA wurden mit dem Song I‘m Going Home zu Legenden. Ihr Gitarrist Alvin Lee mit seiner roten Gibson war fortan einer der bekanntesten Gitarristen auf diesem Planeten. Das einige Monate vor dem Festival eingespielte Album Ssssh, kann man als lupenreines Blues Rock Album bezeichnen – ihr drittes! Die Musiker Alvin Lee(g,v), Chick Churchill(k), Ric Lee(d) und Leo Lyons(b), spielten wie aus einem Guss ihre tollen Blues Rock Songs. Kein Füller ist auf diesem Album auszumachen. Alles kommt griffig und gitarrenlastig aus den Boxen. Speziell hervorzuheben sind Songs wie Bad Scene, Stones Woman, Good Morning Little Schoogirl, If you Should Love Me, The Stomp. Die Tracks sind knackig und lassen sich auch im Jahr 2024 gut hören! Alle Songs wurden von Mister Alvin Lee geschrieben. Ausnahme: Good Morning...(Sonny Boy Williamson.) Dieser Song hatte immer einen festen Platz bei Live Auftritten der Band und ist geprägt von den schnellen Gitarrenlinien des Meisters. Das Albumcover finde ich gelungen und zeigt uns Alvin Lee leicht verschwommen. Verteilt auf 2 LP Seiten sind die Songs wie folgend gelistet:

Side One

Bad Scene, Two Time Mama, Stonded Woman, Good Worning Little Schoolgirl

Side Two

If You Should Love Me, I Don’t Know That You Don’t Know My Name, The Stomp, I Woke Up This Morning

Es war auch der Beginn von noch sehr starken kommenden Alben. Man bewegte sich musikalisch nun immer mehr demRock“ zu, ohne aber die bluesigen Elemente zu vernachlässigen! Die Band hatte keinen internen Wechsel zu verzeichnen, dass sich vor allem bei Live Konzerten als Vorteil erweisen sollte! In den 70er gab es ganz wenige Bands, die so präzise und voller Intensität auf der Bühne ablieferten! Technisch war die Band auf dem höchsten Niveau angelangt. Nach 9 Studioalben und einem Live Album, trennte man sich leider 1975. Alvin Lee strebte nun eine Solo Karriere an, diese zum Teil auch erfolgreich war aber nie an die „Grosstaten“ seiner Stammband anknüpfen konnte. Der Gitarrist und Sänger konnte sich zwar langsam aber sicher von seiner alten Band freischwimmen aber bei Live Auftritten musste er trotzdem immer den von den Fans geforderten Song I’m Going Home spielen. Im Jahr 1989 kam die Band wieder zusammen, um ein ziemlich gutes Album mit Namen About Time einzuspielen. Kommerziell kann das Album als „Flop“ eingestuft werden! Es war eben ein anderer musikalischer Zeitgeist Ende der 80er.

Album: Ssssh

Music Expert:****1/2

Beste Songs: Bad Scene, Stoned Woman, Good Morning Little Schoolgirl, If You Should Love Me, The Stomp

Classic Rock

Bob Seger & The Silver Bullet Band / Stranger In Town / 1978

Bob Seger mit seinem Durchbruch Album in den USA. Strange In Town kletterte in den Charts bis auf Platz 4. 6x Platinum sprechen eine eindeutige Sprache. Mit einer Länge von 39:28 und 4(!) Singles, Still The Same(4), Hollywood Nights(12), We’ve Got Tonite(13) und Old Time Rock And Roll(28), war der Tonträger ein richtiger Chart-Brenner 1978. Das Album ist bis heute sehr gut und ohne „Altersmüdigkeit“ anzuhören. Es sind 9 Songs, die sofort ins Ohr gehen und so richtig dem damaligen American Sound widerspiegeln. Die Mischung aus hart und zart ist gelungen und der Rock bei jedem Song spürbar. Old Time Rock And Roll, geschrieben von George Jackson/Thomas Karls Jones III ist „Radiofutter“ aller Classic Rock Sendestationen. Solch ein Song muss man einfach gern haben, denn es erinnert so sehr mit Wehmut an vergangene Zeiten. Die Traumballade We’ve Got Tonite ist mit seinen 4:38 keine Sekunde zu lang. Ein Ballade die unser Herz erobert! Ein Album ohne Schwächen. Auch erwähnenswert der Song Hollywood Nights – Klasse Song wo das schillernde Hollywood textlich „betrachtet“ wird. Ebenfalls ist der Song Feel Like A Number ein toller Rocker, dieser richtig abgeht. Die Songs verteilen sich wie folgt auf 2 LP Seiten:

Side One

Hollywood Nights, Still The Same, Old Time Rock And Roll, Till It Shines, Feel Like A Number

Side Two

Ain t Go No Money, We’ve Got Tonite, Brave Stranger, The Famous Final Scene.

Bob Seger hat ein grosser Backkatalog vorzuweisen. Nach diesem Album war er in den Staaten ein Superstar im Genre Rock. Er gehörte fortan zu den „Amis“, wie der Speck zum Spiegelei! Live war der Meister eine Macht! Man höre sich nur seine 2 offiziellen Live Tonträger an. Live Bullet(1986) und Nine Tonight(1981), strotzen nur so von Rock mit viel Energie! Es sind auch durchaus Parallelen zu einem Bruce Springsteen auszumachen. Ich würde es so formulieren „der Boss und sein Bruder…!“ Es wäre einfach mal an der Zeit, dass es Vinyl Neuauflagen mit Bonus von Capitol Records/Universal Music Group geben würde!

Album: Stranger In Town

Music Expert:*****

Beste Songs: Hollywood Nights, Still The Same, Old Time Rock & Roll, Feel Like A Number, We’ve Got Tonight

Classic Rock

Glenn Frey / Strange Weather / 1992

Wieder einmal ein sträflich vergessenes Meisterwerk! Es ist höchste Zeit, diesen famosen Tonträger mal richtig zu würdigen. Im Jahr 1992 kam vom Eagles Mitbegründer Gitarrist/Sänger/Songwriter Glenn Frey dieses Pop/Rock Meisterwerk auf den Markt. In dieser Zeit war seine Stammband immer noch auf „Eis gelegt“, was den Musiker erleichterte, seinen vierten Solo Tonträger einzuspielen. Dieser hat es in sich! 15 Songs (davon 3 kleine Instrumentals), runden dieses grossartige Album ab. Mittelmässigkeit ist ein Fremdwort, denn über alle Songs gemessen, ist das musikalische Niveau sehr hoch! Das Mister Glenn Frey ein exzellenter Songwriter ist, sollte allen Musikfreunde bekannt sein. Der instrumentale Einstieg bis zum Song Long Hot Summe ist gelungen. Ein schöner und intensiver Ohrenschmeichler ist es geworden. Eine Traummelodie mit schönen Gitarrenlinien und der tollen Stimme von Glenn Frey – cool! Nächster Song: Strange Weather besticht ebenfalls mit einer Melodie, die sofort wie Klebstoff haften bleibt. Die tolle und klare Stimme des Musikers fügt sich hervorragend in die Grundstruktur des Songs ein und vermittelt ein faszinierendes Gesamtbild dieses Songs.

Nun geht es weiter mit einem kurzen weiteren Instrumental als Einstieg, bis dann Love In The St. Century übernimmt. Da „schmettert“ uns Mister Frey einen veritablen Rocksong entgegen. Einen treibenden Groove hören wir da bei über 6:00 Spiellänge. He Took Aventage ist ein Song mit tollen Blues Strukturen. Auch da, es passt einfach alles zusammen. River Of Dreams – was für ein Top Song! Einfühlsam, verträumt aber weit weg vom Kitsch! Bevor The Ship Goes Down kann dann die hohe Messlatte der vorherigen Songs nicht mehr erreichen. Insgesamt hat uns da der Protagonist eine Wahnsinns erste LP Seite abgeliefert. Für mich fast schon logisch, dass die zweite Seite nicht so durchgehend „abgehen“ kann! Ja, dem ist tatsächlich so! 3 „Zauber-Tracks“ verwöhnen aber noch unsere Gehörgänge auf Seite 2 – und wie! I‘ve Got Mine ist dann alleine schon mit der Saxophon Einleitung das „Eintrittsgeld“ wert. Die Stimmung und die fühlbaren „Happy Vibes“, lassen uns innerlich jauchzen bei so viel gespielter Kompetenz. Brave New World ist ebenfalls ein super Song – unglaublich tolle Melodie, die uns träumen lässt. Mit Part Of Me, Part Of You schliesst dann dieses hervorragende Album. Dieser Song ist auch der Soundtrack vom Kino-Hit Theme And Louise. Der Film, wo ein gewisser Brad Pitt so richtig bekannt wurde. Die 15 Songs verteilen sich wie folgt auf 2 LP Seiten:

Side One

Silent Spring, Long Hot Summer,Strange Weather, Aqua Tranquil, Love In The 21 St. Century, He Took Advantage (Blues For Ronald Reagan), River Of Dreams, Before The Ship Goes Down

Side Two

I’ve Got Mine, Rising Sun, Brave New World, Delicious, A Walk In The Dark, Big Live, Part Of Me, Part Of You

Aus heutiger Sicht eigentlich unbegreiflich, dass dieses Album aus kommerzieller Sicht als „Flop“ eingestuft werden muss! Auch Bewertungen von anderen sogenannten „Fachkreisen“, geben dem Album keine Höchstnoten…! Glenn Frey konnte bei dieser Produktion auf bekannte Musiker zählen, diese ihn toll unterstützten. Jay Oliver, Scott Thurston, Mark Goldberg Jerry Scheff, Kenny Aronhoff, Al Gart, Greg Smith, Belmont Tench etc. Mit einer Gesamtlänge von 65:13 liefert das Album erstklassige Songs ab. Einen mittelmässigen Erfolg konnte wenigstens der Track Part Of Me, Part Of You verbuchen. Platz 55 in den US-Charts, kann man als ansprechend bezeichnen. Für mich ist es aber definitiv das beste Album von Glenn Frey. Leider ist der Musiker im Jahr 2016 überraschend verstorben. Geblieben sind all die tollen Alben mit den Eagles und eben dieses Meisterwerk.

Album: Strange Weather

Music Expert:*****

Beste Songs: Long Hot Summer, Strange Weather, Love Is In The 21 St. Century, He Took Advantage (Blues For Ronald Reagan), River Of Dreams, I’ve Got Mine, Brave New World, Part Of Me, Part Of You

Classic Rock

Alvin Lee / Pump Iron / 1975

Der Solo-Tonträger Nr.2 von Alvin Lee. Man kann sagen, dass Pump Iron an nichts mehr erinnert, was der typische TYA Sound früher ausmachte! Das wollte Alvin Lee natürlich ganz bewusst so, denn er wollte sich von seiner weltbekannten Woodstock-Helden Band „freischwimmen.“ Er erweiterte fortan seinen musikalischen Horizont, wo künftig auch Folk, Country, Soul und Rock „n“ Roll ihren festen Platz fanden. Meistens aber hatte auch das rockige einen festen Bestandteil in seinen Songs. Seine rote Gibson setzte er dezenter ein, was auch der „neuen“ Ausrichtung geschuldet war. Natürlich waren immer noch unverkennbar seine famosen Gitarrenlinien gut hörbar. Stimmlich blieb ziemlich alles beim alten und das war gut so. Sein Pump Iron Album ziert ein „aufgeblasener“ männlicher Oberkörper, was auf einen lauten und druckvollen Sound hindeutete. Dem war nicht so, denn heraus kam ein Album mit vielen Spielarten aber ohne Kracher-Song!

So beim ersten und zweiten durchhören unterschätzt man das Album. Es braucht einige Durchläufe, um die Perlen zu entdecken. Und ja, die hat es durchaus. Genauer gesagt One More Chance ist so ein toller Song. Sein fast schon hypnotischer Rhythmus gefällt bestens. Die Gitarrenläufe des Meisters sind ein bisschen „versteckt“ anzuhören. Auch der nachfolgende Song Try To Be Righteous weiss zu gefallen. Ein verträumter Song, der sehr gut ins Ohr geht. Ebenfalls dann der Rocker You Told Me. Ja, dann wird es aber leider nach diesen 3 guten Tracks eher musikalisch flach und eher belanglos. Mit Time And Space lässt er dann wieder aufhorchen. Live eingespielt, überzeugt diese angehauchte flockige Folk-Country Nummer bestens. Da hört man wieder sein exzellente Gitarrenspiel. Leider ist dann das „Pulver fast schon verschossen!“ Die Ballade The Darkes Night ist dann sehr„schwülstig“ geraten. Nicht wirklich schlecht aber irgendwie nicht zündend! Mit dem Country-Folk Song Truckin‘ Down The Over Way hat der Gitarrist dann noch einen guten Song anzubieten. Der Abschluss ist mit Let The Sea Burn Down ist ebenfalls recht gut gelungen. Ein rockiger Song, dieser durchaus an alte TYA Zeiten erinnert. Objektiv betrachtet ist es ein mittelmässiges Album mit Licht und Schatten geworden. Ich denke Alvin Lee war da noch auf der Suche „nach seinem Sound.“ Verteilt auf 2 LP Seiten sieht es dann so aus:

Side One

One More Chance, Try To Be Righteous, You Told Me, Have Mercy, Julian Rice

Side Two

Time And Space, Burnt Fungus, The Darkest Night, It’s All Right Now, Trucking‘ Down The Other Way, Let The Sea Burn Down

Die Begleitmusiker auf diesem Album haben zum Teil bekannte Namen. Boz Burrell, Stevie Thompson, Andy Pyle, Colin Gibson am Bass, Tim Hinkley, Ronnie Leahey an den Keys, Bison Graham, Ian Wallace, Ron Berg, Brother James an den Drums, Mel Collins Saxofon, Jack Lancaster, Harold Burgon am Horn. Die nachfolgenden Solo Tonträger von Alvin Lee fand ich persönlich „griffiger“ und auch besser. Bekanntlich agierte er auch noch unter Ten Years Later, dann gab es mal eine Wiedervereinigung mit Ten Years After und noch seine „reinen“ Blues Rock Alben. Leider verstarb der Musiker viel zu früh im Jahr 2013. Geblieben sind tolle Alben von einer grossen Persönlichkeit, der in der 2 Phase seiner Karriere ein „Suchender“ war, nach meiner Einschätzung!

Album: Pump Iron

Music Expert:***

Beste Songs: One More Chance, Try To Be Righteous, You Told Me, Time And Space, Truckin’Down The Other Way

Classic Rock

The J. Geils Band / Freeze-Frame / 1981

Mit diesem Tonträger hatte es die Band an die Spitze geschafft. Das Album ging auf Platz 1 Billboard USA! 3 Top Single Auskopplungen, Freeze-Frame Platz 4, Centerfold Platz 1 und Angel In Blue Platz 40. Rein aus kommerzieller Sicht definitiv ihr erfolgreichstes Werk. Aus künstlerischer Betrachtungsweise, würde ich aber Freeze-Frame nicht zu ihren 3 besten Tonträger zählen. Ihr 10. Studioalbum ist aber in der Gesamtheit aller Songs ziemlich gut und „modern“ ausgerichtet. Klar auch, mit ihrem zum Teil „brachialen“ R&B ihrer ersten 6 Alben, darf man ihr 81er Werk nicht vergleichen – andere Zeit anderer Sound! Es muss aber festgehalten werden, dass aber jederzeit ihre ursprünglichen Strukturen in einigen Songs unverkennbar zu hören sind. Und ja, eine Band darf sich auch weiterentwickeln!

Neben den 2 bekannten Chart-Hits, können aber andere Songs auf diesem Tonträger eigentlich fast schon mehr überzeugen! Das herrliche Do You Remember When. Ein toller Song mit einer extrem schönen Gitarrenlinie von J.Geils. Mit Flamethrower schenken sie uns dann wieder die „alten“ J. Geils Band. Angel In Blue besticht wieder durch eine grossartige Melodie, untermalt von den feinen Keyboard Klängen von Set Justman. Auch da, unverkennbar J. Geils Band. Der Song hat so einen angenehmen Flow, dieser sich bis zum Schluss hält. Piss On The Wall ist dann wieder ein Knaller der toll abgeht. Guter Aufbau und ein passender Chorus. Um die Songs noch zu vervollständigen, ergänzen Rage In The Cage, Insane, Insane Again und River Blindness das Album. Diesen Tracks würde ich guten Durchschnitt attestieren. Die 2 Hit-Kracher Freeze-Frame und Centerfold, müssen eigentlich nicht speziell erwähnt werden, das diese „Party-Tracks“ hinlänglich bekannt sind. Die 9 Tracks verteilen sich wie folgt auf 2 LP Seiten:

Side One

Freeze Frame, Rage In The Cage, Centerfold, Do You Remember When, Insane, Insane Again

Side Two

Flamethorwer, River Blindness, Angel In Blue, Piss On The Wall

Dieses bemerkenswerte Album hat schon das gewisse Etwas! Die Band war Live natürlich immer noch unwiderstehlich gut und konnte da durch die Tournee in Europa mit den Rolling Stones ihren Bekanntheitsgrad noch mehr steigern! Schade nur, dass es das letzte Album mit den Originalmitgliedern war. Peter Wolf strebte nach dieser Tournee eine Solokarriere an und verliess die Band. Diese erstellten dann noch ein Studioalbum ohne ihren Sänger. Seth Justman übernahm die Vocals. Auch erstaunlich, dass die Band bis zu ihrem Ausstieg von Peter Wolf keinen Personalwechsel zu verzeichnen hatten! Was in Zahlen 10 Studioalben und 3 Live Alben heisst – alles eingespielt, mit der gleichen Besetzung! Ich würde meinen, da können nur wenige Bands mithalten. Das spricht für ein tolles Bandgefüge!

Album: Freeze Frame

Music Expert:****1/2

Beste Songs: Freeze-Frame, Centerfold, Do You Remember When, Flamethrower, Angel In Blue, Piss On Wall

Classic Rock

The Greatest Night In Pop / We Are The World 1985 / Netflix 2024

Ja der Titel ist reisserisch und suggeriert, dass zu dieser Zeit sich wirklich die „Grössten“ Popstars an diesem einen Abend für den Song We Are The World sich in L.A eingefunden haben. Nein, dem war nicht ganz so, denn Cher, Madonna, Prince, Johnny Cash, Tom Petty, Don Henley oder Glenn Frey von den Eagles etc. waren nicht dabei, um den Song für Afrika, We Are The World einzuspielen. Ich denke Tourneen, Krankheit, Management etc., könnten Gründe sein für dieses nicht erscheinen…! Ebenfalls konnten die Organisatoren Quincy Jones/Lionel Richie keine der grossen US Blues Legenden für diesen Abend überreden ins Studio zu kommen. Schon klar, der Begriff Pop und Blues, passen irgendwie nicht wirklich zusammen. Einen Willie Nelson (Country) oder andere Protagonisten zieren auch nicht unbedingt das Etikett Pop und waren trotzdem dabei! Das einige grosse Künstler fehlten, soll aber die grosse Leistung der beiden Organisatoren nicht schmälern. Der Song wurde von Michael Jackson und Lionel Richie geschrieben. Die Dokumentation wird von Lionel Richie in erzählender Form mit tollen Sequenzen und filmischen Aufnahmen bereichert. Der „wichtigste“ Protagonist war klar Quincy Jones, dieser die Gesamtverantwortung für dieses spektakuläre Projekt im Studio innehatte und alles bis ins letzte Detail dirigierte. Herausgekommen ist ein sehr eingängiger und schöner Pop Song. An diesem Abend waren also keine Pop Künstler von UK mit dabei, denn das Motto USA For Africa stand für die US-Künstler!

Höhepunkte dieser Doku sind folgende wie ich finde:

. Bruce Springsteen, der Kerl hat einfach eine enorm sympathische Präsenz.

. Bob Dylan, der sehr verunsichert wirkte und seine Stimme definitiv nicht für diesen Song geeignet war.

. Cyndi Lauper, diese schrille „erste Pop Königin“. Ich kann bis heute nicht verstehen, dass man mit einer solchen Stimme Erfolg haben kann.

. Michael Jackson, unglaublich wie er da noch „normal“ ausgesehen hat, wenn man dann sein Aussehen von den 90er vor Augen hat, traurig, traurig…

. Harry Belafonte, wo man im Studio sein Banana Boat Song zusammen spontan zum Besten gibt.

. Lionel Richie ein Musiker mit toller Ausstrahlung und das tolle Gespür für „Teambildung.“

. Quincy Jones, der Mann der alle Fäden zusammen gehalten hat mit immer guter Laune.

Viele US Stars sieht man kurz oder auch etwas länger bei diesen Studioaufnahmen. Der coole Stevie Wonder, Willie Nelson, Steve Perry, Tina Turner, Billy Joel, Diana Ross, Bette Midler, Dionne Warwick, Al Jarreau, Kenny Loggins, Huey Lewis, Kim Carney, Ray Charles, Paul Simon, Daryl Hall. Bereichert wurde der Song mit Künstlern, die für den Chor eingesetzt worden sind, so auch ein gewisser Lindsey Buckingham von der Band Fleetwood Mac. Wo blieb eigentlich Stevie Nicks…? Die Doku ist gut gemacht und unterhaltsam für alle die Pop Musik lieben Es gibt uns Einblicke in die Welt der musikalischen „Pop Eitelkeiten“ im Jahr 1985. Es lässt uns unterhaltsam „mit gucken“, wie sich so viele Stars auf „einem Haufen“ so geben! Ja, sie geben sich sympathisch und ziemlich locker! Und ja, der Song erreichte in USA/UK Platz 1! In weiteren Länder Top Platzierungen. Das die Einnahmen zu Gunsten Africa flossen und die Künstler dies für einen guten Zweck taten ist selbstsprechend!

Song: We Are The World 1985

Doku: The Greatest Night In Pop / Netflix 2024 / Zeit: 1 Std.37 Min.

Music Expert:****

Doku

The Doobie Brothers / Liberté / 2021

Die West Coust Legenden spielten im Jahr 2022 ein wunderbares Album ein, was definitiv an alte, gute und erfolgreiche Zeiten erinnert. Tom Johnston(g,v), Patrick Simmons und John McVee(g,v), sind die allseits bekannten Langzeitmitglieder von dieser legendären Band. Obwohl ihre späten 70er Phase mit einem Stilwechsel hin zu Soul zwar sehr erfolgreich war, gefiel die Wiederfindung zu ihrem „Ursprung-Sound“ dem Rock, den meisten Fans besser. Auf diesem tollen Tonträger mit Namen Liberté überzeugt die Band aus Kalifornien mit tollen Melodien, die schnell unsere Ohren umschmeicheln. Gitarrenlinien die punktgenau die Songs ins Ziel führen, werden von ihrer Rhythmusabteilung toll umgesetzt. Der Starter (immer wichtig!) Oh Mexiko zeigt bereits auf, wohin die musikalische Reise wohl hingehen könnte! Ein Soft Rocker mit knackigen Gitarren und einem tollen Gesang – Start geglückt. Better Days nimmt uns dann weiter auf die West Coast Reise mit. Es ist ein schöner atmosphärischer Song. Don’t Ya Mess With Me ist ein Rocker mit einem tollen Gitarrenriff. Mit Cannonball geht es mit akustischer Gitarre toll los, um dann einen hörenswerten Übergang zu erspiele. Wahrlich ein ganz grosser Kaliber dieser Song – was für eine Melodie!

Wherever We Go zieht den Reigen der guten Songs weiter. Guter easy Song ohne Kitsch und gutem Harmonie Gesang. Ebenfalls haltet The American Dream das vorgegeben hohe Niveau spielend. Tom Johnston ist einfach immer noch sehr gut bei Stimme, so wie auch Patrick Simmons. Mit Shine Your Light wird das das „Gaspedal“ weiterhin nur sanft gedrückt. Wenn die Songs aber so toll und harmonisch klingen, macht das überhaupt nichts. We Are More Than Love geht weiter in die Richtung seiner Vorgänger. Easy ist wie der Song es sagt auch so gehalten mit einem typischen Doobie Brothers Rhythmus und tollen Gitarren. Just Can’t Do This Alone ist ein bisschen von ihrem Nr.1 Hit Long Train Runnin‘ „abgekupfert“! Macht nichts, wenn man sich bei seinen tollen Songs bedient – wirklich toller Song. Good Thang und Amen Old Friend fallen nicht mehr ab, nein der erstgenannte groovt richtig cool. Die wirklich 12 tollen Songs verteilen sich wie folgt auf 2 LP Seiten:

Side One

Oh Mexiko, Better Days, Don’t Ya Mess With Me, Cannonball, Wherever We Go, The American Dream

Side Two

Shine Your Light, The Are More Than Love, Easy, Just Can’t Do this Alone, Good Tang, Amen Old Friend

Es ist in der Endsumme ein hervorragendes Album geworden mit tollen Texten und deren Umsetzung. Hätte ich so der Band nicht mehr zugetraut! Hätten sie 2 noch „härtere“ Songs draufgepackt, ja dann…! Nein, ich möchte nicht meckern auf hohem Niveau. Was wir da für feine Melodien hören ist bemerkenswert! Der ideale Sound für Fahrten in schönen Gegenden, wo die Sonne unser Herz beglückt und wir uns zu diesem Sound einfach nur glücklich fühlen. Man höre nur den schönen „Übersong“ Cannonball, ja dann wisst ihr was ich meine. Definitiv ein Album in den Top 5 im Backkatalog von The Doobie Brothers.

Album: Liberté

Music Expert:*****

Beste Songs: Oh Mexiko, Better Days, Don’t Ya Mess With Me, Cannonball,Just Can’t Do This Alone, Good Tang

Classic Rock

The J. Geils Band Live / Blow Your Face Out / 1976

Diese Live-Scheibe, mitgeschnitten 1975 im Boston und Detroit ist phantastisch anzuhören. Obwohl dieser Tonträger nie zu den besten Live Alben in den 70er genannt wird (wieso nur?), muss man diesen aussergewöhnlich exzellenten Tonträger einfach mal richtig würdigen. Top aufgenommen in Boston und Detroit, vermittelt uns die Band, was es heisst abzurocken. In dieser Zeit war die Band bereits auf ihrem musikalischen Höhepunkt, denn ihr Song Repertoire bestand da schon aus 6 Alben. Auf der Bühne waren ihre tollen Studioaufnahmen mindestens nochmals 20% heisser! Der Live Sound drückt bis zum Anschlag. Die Abläufe und Übergänge innerhalb der Songs sind bestens eingespielt und entfachen ein furioses musikalisches Feuer. Es dampft sozusagen aus den Boxen! R&B mit mit viel Rock angereichert, erhitzt den Kessel, bis kurz vor dem explodieren. Im Mittelpunkt ihr charismatischer Sänger Peter Wolf, der als Dompteur in der Arena das Zepter vollumfänglich übernommen hat und mit seinen Kollegen kollektive Begeisterung entfacht.

Auf 4 LP Seiten hören wir „Kracher“ wie Back To Geht Ya, Love-Itis, Housparty, Detroit Breakdown, Son-Cone, Give It To Me und einiges mehr. Wenn es mal ruhiger zu und her geht, um in der Halle die Hitze wieder auf eine normal Temperatur zu bringen, bringen sie den atmosphärischen Song Chimes. Auch der Song Start All Over geht in diese Kategorie – herrlich! Auch solche Sachen können sie bestens! Die 16 vorzüglichen Songs verteilen sich wie folgt auf 4 LP Seiten:

Side One

Southside Shuffle, Back To Get Ya, Shoot Your Shot, Must Got Lost

Side Two

Where Did Our Love Go, Truck Driven‘ Man, Love-Itis, Intro: Houseparty

Side Three

So Harp, Detroit Breakdown, Chimes

Side Four

Sno-Cone, Wait, Raise Your Hand, Start All Over, Give It To Me

Ja, The J. Geils Band waren zu dieser Zeit Live eine ganz heisse Nummer. Mit den folgenden Alben und einer kommerzielleren Ausrichtung, schafften sie es auch in Europa bekannt zu werden. Als dann noch das Nr.1 Album Freeze Frame die Charts in Sturm eroberte, war ihr kommerzieller Erfolg endlich da und die Band nicht nur Insidern bekannt. Mit der Stadion Europa Tour mit den Rolling Stones, festigten sie ihren Ruf als eine unwiderstehliche Live Band. Nach dieser Tour stieg Peter Wolf zu Gunsten seiner Solokarriere leider aus! Diese Geschichte ist aber eine andere. Festzuhalten ist, wenn man heute so in der „Rock-Landschaft“ herumfragt, scheint es leider so, dass diese famose Band fast schon in Vergessenheit geraten ist…! 11 Studio Tonträger und 3 Live Alben zieren den Backkatlaog dieser tollen US-Band. Also, für alle die diese famose Band nicht so gut kennen, unbedingt eintauchen. Ihr werdet begeistert sein, wenn ihr R&B mit viel Rock zu euren Favoriten zählt. Die ersten 6 Alben decken das erwähnte Genre vorzüglich ab. Die 2 ersten Live Alben unbedingt reinziehen – Pflicht!

Album: The J. Gels Band Live Blow Your Face Out

Music Expert:*****

Beste Songs: Back To Get Ya, Where Did Our Love Go, Love-Itis, Housprty, Detroit Breakdown, Chimes, Snow-Cone, Give It To Me

Genre: Classic Rock

The Alan Parsons Project / The Turn Of A Friendly Card / 1980

Die Gruppe kann man dem Progressive Rock oder auch Art Rock zuordnen. Alan Parson und Eric Wolfson waren die Protagonisten bei diesem Album. Im Jahr 1980 kam ihr Werk The Turn Of A Friendly Card auf den Markt und überzeugte auf der ganzen Linie vollends. Es ist ihnen ein sehr eingängiges Album gelungen, wo ein tolle Abfolge von schönen Melodien immer wieder für staunen sorgt. Ja, ein tolles und eingängiges Werk, dieses nicht zu sehr „kopflastig“ produziert worden ist. Die Prog Elemente wurden auf ein Minimum reduziert und so verfällt das ganze Album in eine angenehme und hörbare Leichtigkeit, wo Rock und Pop ganz klar die Überhand für sich in Anspruch nehmen können. Es ist ein Konzeptalbum, wo es um Casino und natürlich Geld geht. Es wird die Geschichte eines Mannes erzählt, dieser in seiner Welt seine finanziellen Abgründe herbeiführt. Am Schluss steht er mit leeren Händen da. Man könnte eine Schwermütigkeit der Musik angesichts des Thema erwarten – mitnichten! Die eingängigen Songs ziehen sich wie ein roter Faden durch das Album. Die Erzählungen haben eine erhabene Schwerelosigkeit mit tollen Instrumental-Passagen. Die Songs Games People Play, Time, The Gold Bug und The Turn Of A Friendly Card sind toll umgesetzt und herrlich anzuhören. Feine Melodien bezirzen unsere Gehörgänge. Verteilt auf 2 LP Seiten, sieht das dann wie folgt aus:

Side One

May Be A Price To Pay, Games People Play, Time, I‘Dont Wanna Go Home

Side Two

The Gold Bug, The Turn Of A Friendli Card, The Turn Of A Friendli Card (Part One), Snake Eyes, The Ace Of Swords, Nothing Legt To Lose, The Turn Of A Friendli Card (Part Two)

Auch das Einbinden von orchestralen Passagen hatt dem Album gut getan. Es gibt kein Füller auf diesem Tonträger zu verzeichnen. Alles ist musikalisch im Flow, bis auf die Leidensgeschichte der Hauptfigur, der am Schluss alles verliert. Ein Meisterwerk dieses Konzeptalbum – in jeder Hinsicht! Die Aufnahme hervorragend! Klar, Vorteil Vinyl.

Album: The Turn Of A Friendly Card

Music Expert:*****

Beste Songs: Games People Play, Time, The Gold Bug, The Turn Of A Friendly Card (Part One), Nothing Ace Of Swords, The Thurn Of A Friendly Card (Part Two)

Pop, Rock, Prog

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