Joe Bonamassa / Time Clocks / 2021

Blues Rock lebt! Joe Bonamassa mit seinem fünfzehnten Album unterstreicht meine Aussage auf dem ganzen Album, dem ich das Prädikat Weltklasse zuschreiben möchte. Was da der US-Gitarrist an Klasse Songs „rausgehauen“ hat, ist sensationell anzuhören. In der Schnittmenge der Songs mehr mit Rock ausgestattet als Blues, kommen die Freunde der etwas härteren Spielart voll auf ihre Kosten. Da bei einigen Songs auch noch ein Chorus unterlegt ist, ergibt sich so ein stimmiges Bild über alle Songs. Seine Fingerfertigkeiten an seiner Gitarre sind songdienlich und nie einer brachialen Selbtsfindung geschuldet! Der inzwischen 47 jährige Musiker pendelt gekonnt zwischen langsamen und schnellen Passagen, die so seinem tollen Songwriting die nötige Luft geben sich zu entwickeln.

Der fast schon kurze epische Einstieg mit Pilgrimage, quasi als Übergang gedacht für den Song Notches ist gelungen. Der feine Gitarrenriff und die Struktur von Notches sind schön anzuhören. Ein toller Rocksong wird uns da sachte in die Gehörgänge geblasen. Eine ganz feine Sache dieser Song. Mit The Heart That Never Waits geht es magistral weiter. Feiner Song mit Chorus unterlegt und mit enorm musikalischen Qualitäten. Bestens geeignet, um bei live Auftritten Akzente zu setzen. Bei Time Clocks wird bei über 6 Minuten einfach nur ein phantastischer Song vom Stapel gelassen. Es wird da ziemlich emotional, hört sich zumindest so an. So ein Song mit Steigerungslauf potential. Die Stimme von Joe Bonamassa ist einfach grossartig anzuhören. Eigentlich ein Song für Radiostationen – glaubt es mir. Wieso lassen die „Penner“ eigentlich nie ein solch grossartiger Song laufen….! Bei Questions And Answers geht es auf hohem Niveau weiter. Die Gitarre „bratet“ so, wie wir es hören wollen, ohne aber von einem Bonamassa Ego Trip „aufgefressen“ zu werden. Wer denkt jetzt sackt es langsam ab in den Normalmodus betreffend kommenden Songs – Fehlanzeige! Mit Mind’s Eye wurde ein mid-tempo Klasse Song der ganz feinen Art eingespielt. Auch da, wir hören ganz grosses Kino. Dieser Song ist mein persönlicher Favorit. Bei den ersten Tönen zu Curtain Call kommt mir direkt Led Zeppelin in den Sinn. Der Riff am Griffbrett ist phantastisch. Der Song lehnt sich an Kashmir von Led Zeppelin an, ohne aber sich anzubiedern. Einfach nur toll gespielt. The Loyal Kind, Hanging On A Loser und Known Unknowns sind alles Songs, die sich toll in das ganze Album einfügen. No no, keine Füller, glaubt es mir. Ich gebe gerne zu, dass ich ein bisschen „geflasht“ bin über die 10 Songs, die da aus den Boxen mein musikalisches inneres Zentrum durchströmen…! Verteilt auf 4 LP Seiten werden die Songs wie folgt gelistet.

Side One

Pilgrimage, Notches, The Heart That Never Waits

Side Two

Time Clocks, Questions And Answers, Mind’s Eye

Side Three

Curtain Call, The Loyal Kind

Side Four

Hanging On A Loser, Known Unknowns

Es ist zusammengefasst ein phänomenales Album von Joe Banamasso geworden. Kevin Shirley und Bob Clearmountain, die für Produktion und den Mix verantwortlich waren, haben da sicher auch ihren Teil dazu beigetragen, dass das Klangbild auf höchstem Niveau anzusiedeln ist. Und ja, das Cover spricht definitiv an und ist ein toller Hingucker. Da mir Mister Bonamassa nicht ganz fremd ist, sprich von ihm doch einige Tonträger mein Regal zieren, ist Time Clocks sein bestes Werk nach meinem Empfinden nach. Ich finde auch seine Stimme hat sich toll weiterentwickelt. So ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild innerhalb eines Album. Muss man über sein Gitarrenspiel noch etwas sagen, ich glaube nein….! Ich erzähle euch ja auch nicht wo der Champagner herkommt. Also dieser Tonträger ist eine absolute Kaufempfehlung, denn wir hören da nicht „abgedroschen“ Blues Rock, nein definitiv nicht!

Album: Time Clocks

Musik Expert:*****1/2

Beste Songs: Notches, The Hearth That Never Waits, Time Clocks, Mind’s Eye, Curtain Call, The Loyal Kind

Blues Rock

Robert Jon & The Wreck / Red Moon Rising / 2024

Southern Rock lebt! Lange musste man bangen, ob nach den Legenden Lynyrd Skynyrd überhaupt noch andere Bands diese aufregende Spielart weiter tragen können. Oh ja, eine dieser Bands sind Robert Jon & The Werk. Ihr musikalisch süffiger Cocktail aus Rock, Country, Blues und Swamp, machen eben genau diesen definierten Südstaaten Rock aus. Dazu nehmen wir noch knackige Gitarrenläufe, die dann dem Sound den richtigen Schub geben. Robert Jon & The Wreck haben ihre Home Base in Kalifornien und können bis heute schon einige Tonträger ihr Eigen nennen.

Red Moon Rising und deren 10 Tracks, überzeugen auf der ersten LP Seite vollumfänglich. Ein bisschen mehr „Gitarrenschlachten“ hätte ich mir aber schon gewünscht. Ansonsten genau der Sound für schwüle Nächte. Mit Stone Cold Killer legt die Band furios los, als gebe es keinen morgigen Tag mehr. Tolle Gitarren und einen Refrain zum mitsingen. Bei dem nächsten Song mit Namen Trouble wird weiterhin voll auf die „Hupe“ gedrückt! Rock Futter für alle Freunde des tiefen Südens. Bei Ballad Of A Broken Hearted Man wird singemäss des Titel und Text die Schwermut musikalisch ausgelebt. Der Namensgeber des hiesigen Album Red Moon Rising, ist ein Rocksong erster Güte. Guter Rhythmus und zupackende Gitarren. Ab Track 5 und dem Song Dragging Me Down, wird es dann ein bisschen „seichter“, sprich nicht mehr so unwiderstehlich gut. Sagen wir es mal mal so, austauschbarer! Hold On und Down No More erreichen das bis jetzt dargebotene Niveau nicht mehr, ohne aber ganz abzufallen. Mit Help Yourself geht es dann auf eine Country Rock Reise, nicht spektakulär aber auch nicht beschämend. Bei Worried Mind wird wird weiterhin der US Country Rock gepflegt. Der Abschluss wird mit dem Song Give Love gestaltet. Da geht man mit einer Ballade auf Seelenfang. Die Gitarren sind famos! Nicht zwingend der Song aber gut annehmbar für Freunde der gepflegten Balladen. Verteilt auf 2 LP Seiten lassen sich sich die Songs wie folgt einreihen:

Side One

Stone Cold Killer, Trouble, Ballad Of A Brocken Hearted Man, Red Moon Rising, Dragging Me Down

Side Two

Holde On, Down No More, Help Yourself, Worried Mind, Give Love

Wirklich schade, kann die Band in der zweiten Hälfte das gebotenen Niveau nicht mehr halten. Trotzdem, insgesamt ein knapp überdurchschnittliches Album. Live seien sie richtig knackig, habe ich mir sagen lassen. Ja, wenn man den Song Stone Cold Killer als Messlatte nimmt, glaube ich es sofort. Wer auf den „guten alten“ Southern Rock steht, sollte sich diesen Tonträger unbedingt mal anhören. Die Produktion lässt keine Wünsche übrig und der Sound kommt ungefiltert und toll aus den Boxen. Das Cover ist ebenfalls gelungen – toller Hingucker!

Album: Red Moon Rising

Musik Expert:***1/2

Beste Songs: Stone Cold Killer, Trouble, Ballad Of A Broken Hearted Man, Red Moon Rising, Give Love

Southern Rock

Songtext / Life / 2.7.2024

Oh yes, I am full of feelings, fears, and hopes. Sometimes down, sometimes up, and always with my heart involved. I dream of happiness and contentment. I want to be free at heart.

Chorus: The feeling inside me vibrates. Quiet days slip by. Days full of emotions and fears show me how life can go. This is life.

The full dose of adrenaline flows trough my body. It shows me to be mindful and humble. Never expect too much. Be grateful for the little you get. Accept it and be thankful. I want to be free at heart.

Chorus: The feeling inside me vibrates. Quiet days slip by. Days full emotions and fears show me how life can go. This is life.

Songtext: Life

Genre: Rock

Verfasser/Copyright: A.S

Songtext

Black Country Communion / V / 2024

Die sogenannte Supergroup liefert nun ihr Album Nr. V ab. Ja, es ist ein tolles geworden. Der vorliegende Tonträger bedient die sogenannten Classic Rock Fans. Über Hard Rock, Rock, Blues und ein bisschen Funk, ist das Album über die 10 Tracks recht spannend und abwechslungsreich anzuhören. Böse Zungen würden einen Vergleich zu einem „Gemischtwarenladen“ herstellen. Nein, soweit kann man natürlich nicht gehen, denn die Songs sind kompakt und bisweilen auch knackig anzuhören. Es hat keinen Füller auf diesem Album. Das Songwriting ist gut und die Protagonisten aus technischer Sicht auf hohem Niveau agierend.

Kein Wunder, denn mit Glenn Hughes hat man einen tollen Sänger und Basser in seinen Reihen. Seine Erfahrungen bei Trapeze, Deep Purple, Black Sabbath und eigenen Solo Aktivitäten/Projekten, lassen dem Musiker einen Legenden Status zuordnen. Das gilt auch für Joe Bonamassa, dieser schon seit einigen Jahren als bester Blues Rock Gitarrist gilt. Mit Jason Bonham dem Sohn des berühmtem Drummers aus glorreichen Led Zeppelin Zeiten und Derek Sherinian an den Tasteninstrumenten, ist man einfach prädestiniert tolle Musik zu machen. Herausragende Tracks auf diesem Album sind Enligthen mit einem tollen Riff, Stay Free richtig funkig, Red Sun ein Rocker mit schwerem Riff und in bester Blues Rock Manier Restless. Zusätzlich noch das fast schon epische Love And Faith. Dieser reiht sich nahtlos in die Gilde der tollen Songs dazu. Die restlichen Tracks sind ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Verteilt auf 2 LP Seiten ist die Reihenfolge der Songs wie folgt:

Side One

Enlighten, Stay Free, Red Sun, Restless, Letting Go, Skyway, Love And Faith

Side Two

You’re Not Alone, Too Far Gone, The Open Road, Sway (Live 2018), Save Me (Live 2018), Wanderlust (Live 2018)

Ein erstaunliches Album ist da Black Country Comunioin gelungen! Da werden musikalische Traditionen der 70er aufrecht erhalten und toll ins Jahr 2024 transportiert. Nichts tönt altbacken, nein zeitgemäss im Sound und so kann dem Album ein sehr gutes Hörerlebnis zugestanden werden, ohne einer Langweiligkeit zu verfallen. Früher war die Stimme von Glenn Hughes in der Schnittmenge nahe beim „üblen“ Wort Schreihals angesiedelt, was man ihm heute nicht mehr unterstellen kann. Und ja, er kann den Blues. Joe Bonamassa ist ein Könner an seinem Griffbrett, da kann es keine zwei Meinungen geben. Er beherrscht auch die schweren Riffs und ist sicher ein wichtiger Erfolgsfaktor für dieses tolle Album. Schade, denn ein bisschen mehr stimmlichen Anteil von ihm hätte ich mir auf diesem Album gewünscht. Dieses tolle Album kann uneingeschränkt empfohlen, werden für alle die dem Classic Rock etwas abgewinnen können. Deep Purple, Led Zeppelin und Thunder drücken bei BCC immer wieder durch! Eine tolle Referenz wie ich finde. Und ja, das Cover ist auch geglückt! Und noch etwas: Live Bonus Tracks sind auch noch in der Vinyl Ausgabe draufgepackt!

Album: V

Music Expert:****1/2

Beste Songs: Enlighten, Stay Free, Red Sun, Restless, Skyway, Love And Faith

Rock

Songtext / Oh Anna Maria / 18.6. 2024

Oh Anna Maria, you are my booster. The sun caresses my soul. I take in the sound of the sea euphorically. Your fine grains of sand feel so good on my aching feet. I absorb the atmosphere. My mind and body feel so good. Im vibration with joy.


Chorus: Oh Anna Maria, you are so beautiful and unique. I always come back to you. You are like a lover. When I am with you, we merge into one.

I love the play of colors in the sky when the sun sets. I soak up the mood. All the birds in the sky and on the beach create a happy picture. Everything is so peaceful an harmonious.I am so happy. I keep coming back.

Chorus: Oh Anna Maria. You are so beautiful and unique. I always come back to you. You are like a lover. When I am with you, we merge into one.

Songtext: Oh Anna Maria

Genre: Rock

Verfasser/Copyright: A.S

Songtext / Übersetzung ChatGPT

Ten Years After / The Friday Rockshow Sessions Live At Reading / 1983

Das ist die einzige offizielle Live Aufnahme von TYA in den 80er! Das „Ding“ ist richtig gut, kommt aber schlussendlich doch nicht an die „alten“ Live Aufnahmen von Filmore East (1970) oder an Recorded Live (1973) heran. Im Jahr 1983 kam die eigentlich aufgelöste Band für dieses Konzert in Readington (USA) zusammen. Erst einige Jahre später, nämlich 1989, war es dann endlich soweit für eine Reunion und dem neuen Tonträger About Time. Nun aber zurück ins Jahr 1983. Dieses kurze Intermezzo in Readington zeigte aber auf, wie druckvoll der Vierer ihren Sound immer noch auf „die Bretter“ brachte. Man hört die Spielfreude bei jedem Ton und sogar bei ihrem Woodstock Kracher Going Home ist kein routiniertes „runter spielen“ zu erkennen! Wenn man bedenkt, dass dieser Song gefühlt sicher schon 350 mal gespielt worden ist….. Na gut, alles hat seinen Preis, soll heissen es wird von der Band einfach erwartet ihren Erkennungssong zu spielen. Man will ja schliesslich ein bisschen Woodstock Feeling erleben!

Der bekannte Eröffner mit Love Like A Man ist toll und kann mit den anderen Live Versionen mithalten. Hingegen hört sich bei Track 2 und Good Morning Little Schoolgirl das Gitarrensolo des Meisters ein bisschen uninspiriert an, im direkten Vergleich zu ihren 2 Live Master-Alben. Slow Blues In ‚C‘ ist wie immer toll umgesetzt und lässt keine Wünsche offen. Alvin Lee kann den Blues! Der Mehrwert von dieser Scheibe ist sicher der Track Suzie Q von dem Musiker Dale Hawkins. Bekannt natürlich die Version von CCR. Ich habe den Song vorher noch nie von Alvin Lee und seinen Mannen live gehört! Die Umsetzung : Eigen mit viel Drums/Keyboard/Synth. Einen leicht psychedelischen Touch ist nicht von der Hand zu weisen! Ich finde die Version von CCR druckvoller, ohne aber diese Version von TYA als schlecht zu bezeichnen! Diese Version hat etwas hypnotisches an sich! Die restlichen gespielten Tracks kennt man zu Genüge und Bedarf eigentlich keine zusätzlichen Phrasen Erzählungen. Hobbit, I Mai Be Wrong…I Can’t Keep From… und Extension On One...haben sie natürlich im Griff, sprich ihr musikalisches Können ist unantastbar. Verteilt auf 4 LP Seiten stehen die Songs wie folgt in der Reihenfolge:

Side On

Love Like A Men, Good Morning Little Schoolgirl

Side Two

Slow Blues In ‚C‘, Suzi Q

Side Three

Hobbit, I May Be Wrong But I Won’t Be Wrong Always

Side Four

I Can‘t Keep From Cryin‘ Sometimes/Extension On One Chord, Going Home

Festzuhalten ist Folgendes: Aufnahmetechnisch kommen die Aufnahmen toll aus den Boxen. Ein bisschen Bass lastig, was ich aber so einfach toll finde. Die eingesetzten Instrumente hört man differenziert und klar. Das Zusammenspiel der Protagonisten ist einfach (wie immer) super. Nicht umsonst galten sie anfangs der 70iger zu den besten Live Bands. Ich kann diesen Tonträger nur empfehlen! Er ist eine sehr gute Ergänzung zu den oben erwähnten Tonträger. Fans und Bewunderer der Band, sollten da zugreifen! Inzwischen ist dieses Doppelalbum auf Vinyl schwer zu bekommen.

Album: The Friday Rockshow Sessions Live Ar Readington 1983

Music Expert:****

Beste Songs: Love Like A Men, Slow Blues In ‚C‘, Suzie Q, Going Home

Classic Rock

Santana / Borboletta / 1974

Carlos Santana ist mit seinem unverkennbaren Gitarrenspiel der Inbegriff des sogenannten Latino Rock. Tracks wie das Instrumental Samba Pa Ti, Oye Como Va, Black Magic Woman oder das spätere Instrumental Europa, sind im kollektiven Gedächtnis sämtlicher Musikfreunde abgespeichert. Das kongeniale ineinandergreifen von Latino Strukturen mit dem traditionellen Rock, beherrschte der Musiker aus Mexiko in Perfektion. Seine ersten Alben, wie das 1969 schlicht genannte Album Santana, 1970 Abraxis und 1971 Santana III, spiegelten genau diesen Latino Genre-Mix wieder. Die zwei letzt genannten Alben konnten sich mit Platz 1 in den US-BIllboard auszeichnen und bescherten schon früh dem Musiker Glanz, Ruhm und Ehre. Nicht zuletzt war auch sein Auftritt beim legendären Woodstock Festival von 1969 mitverantwortlich, dass Carlos Santana mit seiner Band fortan seinen Bekanntheitsgrad rund um den Erdball steigern konnte.

Ab 1972 vollzog Carlos Santana einen musikalischen Wechsel für 3 Studioalben. Die Alben Carvanserai, Welcome und Borboletta, alle zwischen 1972 und 1974 eingespielt, hatten mit dem so beliebten Latin Rock nur noch wenig zu tun. Ebenfalls das eingespielte Album mit dem Gitarristen John McLaughin mit dem Albumtitel Love, Devotion, Surrender. Der Musiker nahm Kurs auf die Spielart Fusion-Jazz! Das experimentieren und die zum Teil sphärischen Klänge verleihen dem Album Borboletta eine eigene Dynamik. Wenn man losgelegt und frei von den bekannten Klängen von Carlos Santana das Album anhört, versteht man die musikalischen neuen Klänge viel besser. Bei einigen Tracks würde auch ein Miles Davis zu den Klängen sich bestens einfügen lassen…! Der Reiz des Album Borboletta ist sicher auch, dass trotz der komplexen Arrangements sich fliessende Passagen finden, die mit der gefühlten spirituellen und der ruhigen Art überzeugen können. Der einzige Totalausfall ist der Track Aspiration, denn dieser hört sich sehr „konfus“ und „schwer“ an. Ansonsten ein Album mit durchaus musikalischen Reizen und der damaligen Platzierung Platz 20 US-Billboard – beachtlich! Auch das Cover kann bestens gefallen! Verteilt auf 2 LP Seiten rangieren die Tracks wie folgt:

Side One

Spring Manifestations, Canto De Los Flores, Life Is Anew, Give And Take One With The Sun, Aspirations

Side Two

Practice What You Preach, Mirage, Here And Now, Flor De Canela Promises Of A Fisherman, Borboletta

Nach diesem Album war die experimentelle und spannende musikalische Phase für den Musiker abgeschlossen. 1976 erspielte er das erfolgreiche Album Amiogos und seine bekannten Stilelemente kamen wieder voll zum Tragen. Ende der 70er wurde es bei kommenden Tonträger sogar richtig poppig , was sich mit seinem Latino Sound aber gut vereinbaren liess. Ja, und dann kam das Jahr 1999 und sein Album Supranatural! Platz 1 rund um den Erdball bescherten ihm den grössten kommerziellen Erfolg in seiner ruhmreichen Karriere. Ich würde den Sound aus diesem Album „Weltmusik“ nennen. Für alle die Carlos Santana aber mal kennenlernen wollen, wie er abseits all seiner kommerziellen Alben anzuhören ist, würde ich schon das Album Borboletta empfehlen und natürlich Carvanserai! Ja, und wenn man mit diesen Alben etwas anfangen kann, dann das Triple Live Album Lotus noch reinziehen. Der Musiker und seine stets hervorragende Band ist viel mehr als Mister Supranatural! Seine Gitarrenlinien erkennt man eigentlich beim ersten Ton und nicht umsonst, zählt er zu den besten Gitarristen auf diesem Planeten.

Album: Borboletta

Music Expert:***1/2

Beste Songs: Canto Des Los Flores, Life Is Anew, Give And Take, One White The Sun, Mirage, Promisse Of A Fisherman

Jazz Rock, Fusion

Songtext / I Am Searching For Your Happiness / 6.6.2024


I see you are unhappy. I feel you are unhappy. Your eyes express great sadness. I want to help you so much. Let me look into your soul, my child. Let me be your anchor.

Chorus: I want to see you happy. I want to see your eyes sparkle. You are still so young. The good life should kiss you! I love you, my child.

Everything will be fine. Let yourself be carried to happiness. Do not despair. I will help you. We will help you. Happiness will kiss you yet. Everything will be fine. I will carry you. You will never be on the ground.

Chorus: I want to see you happy. I want to see your eyes sparkle. You are still so young. The good life should kiss you. I love you, my child.


Songtext: I Am Searching For Your Happiness

Genre: Rock

Copyright/Verfasser: A.S

Songtext / Übersetzung ChatGPT

Foghat / Porträt einer „wenig bekannten“ Band

Foghat ist eine legendäre Rockband, die für ihren markanten Blues-Rock-Boogie-Sound und ihre energiegeladenen Live-Auftritte bekannt ist. Mit Hits wie J‘ust Want To Make Love To You, Slow Ride und Fool for the City haben sie sich einen festen Platz in der Geschichte des Rock’n’Roll verdient. Die Band wurde in Europa gnadenlos ignoriert, obwohl sie alle im Ursprung UK Musiker waren und Dave Peverett, Rod Price und Tony Stevens ihre ersten richtigen Sporen bei Savoy Brown „abverdienen“ konnten. Mit der Gründung als Band Foghat, übersiedelten sie dann in die Staaten. Ihre 70er Alben waren gespickt mit Blues, Rock und Boogie Elementen. Ihr Sound war nicht besonders innovativ aber mit einer knackigen Dosierung Blues-Rock-Boogie, was sie bei ihren tollen Live Auftritten „schweisstreibend“ immer wieder zeigen konnten. So wuchs ihr Bekanntheitsgrad schnell und es sprach sich schnell herum, was für eine tolle Band da die Hallen rockte. Ihr Album Rock And Roll Outlaws aus dem Jahr 1974, war schon ein herausragender Tonträger mit dem phantastischen Track Dreamer – Spielkunst erster Güte!

Der definitive Durchbruch kam mit dem Album Fool For The City. Es ist ein zeitloses Werk, dieses mit kraftvollen Gitarrenriffs, eingängigen Melodien und der charakteristischen Stimme von Sänger Dave „Lonsome“ Peverett voll überzeugen konnte. Es ist fast unmöglich, nicht von der Energie und Leidenschaft, die in jeder Note mitschwingt, mitgerissen zu werden. Rod The „Bottle“ Price an der „Klampfe“, zeigt eine intensive und herausragende🎸Leistung. Die Band hatte nun den wichtigen Flow, was sie mit weiteren tollen Alben unterstreichen konnten. Grosse Hallen und Arenen waren nun ihr zu Hause. Es war auch die Zeit, wo sie regelmässig grandiose Alben produzierten und ihre beste Zeit hatten. Die Alben Night Shift, LIVE 1977 und Stone Blue stehen heute als Klassiker da. Leider kam dann der Bruch. Das Album Boogie Motel aus dem Jahr 1979 zeigte schon auf, dass man sich auf ein anderes musikalisches Terrain zu bewegte. Wichtige Bandmitglieder wie Rod Price stiegen aus. Der Verkauf lief nun sehr harzig. Ihr so prägnanter Stil wurde zu Gunsten Pop und New Wave Einflüssen sehr seicht. Die Ecken und Kanten fehlten. Der gute „alte Rock“ verschwand fast vollständig. Dave Peverett hielt die Fahne Foghat im starken Gegenwind aber immer noch hoch…! Musste er auch, denn Alben wie Tight Shos, Girls To Chat & Boys To Bouncen, In The Moon For Something Rude und Zig-Zag Walk, konnten keine „grossen Stricke“ mehr zerreissen. Diese Alben wurden in der Zeitspanne zwischen 1980 -1983 produziert. Endlich im Jahr 1984, tat sich etwas im Gefüge Foghat! Die Originalbesetzung kam wieder zusammen und das entsprechende Album Return Of The Boogie Men kam auf den Markt. Man kam aber trotz „altem Sound“ nicht mehr richtig in die Spur! Das Album ging gnadenlos unter. Auf der Tour konnten sie aber beweisen, dass sie immer noch die Zuschauer zum toben bringen konnten. Das „neue Projekt“ versandete dann leider wieder und es war für eine lange Zeit wieder Funkstille. Zwischenzeitlich gingen zwei Foghat’s Band auf Tourneen…! Die lieben Namensrechte…! Im Jahr 1998, wo man mal wieder unter einem Bandnamen tourte, wurde das gnadenlos gute Live Album Road Cases aufgenommen. Die vier Originalmitglieder hatten es immer noch drauf! Leider verstarb Dave Peverett im Jahr 2000 und so der wichtigste Teil von Foghat. Roger Earl, das einzig verbliebene Originalmitglied der Band, hielt das Gefüge am Leben. Rod Price konnte er zwar nicht mehr für eine Rückkehr bewegen. Anmerkung: Rode Price verstarb im Jahr 2005.

Nun, ich würde es Foghat II nennen, was Roger Earl ab ca. dem Jahr 2000 mit der Band vollbrachte. Für das tolle Album Family Joules aus dem Jahr 2003, konnte er den neuen Sänger und Gitarristen Charlie Huhn präsentieren. Dieser eine namhafte Vergangenheit mit Victory, Ted Nugent und Humble Pie ausweisen konnte. Und ja, immerhin war da noch mit Tony Stevens ein Urmitglied an Board, dieser aber im Jahr 2005 wieder die Band verliess. Mit Craig MacGregor, Bryan Bassett und eben Charlie Huhn, konnte Roger Earl immerhin tolle Alben aufnehmen. Family Joules, Decades Live, Live II, Live At The Blues Warehouse, Last Train Home, Under The Influence und Live A The Bella Up sind alles Klasse Alben! Leider verliess Charlie Huhn im Jahr 2022 die Band, was aber Roger Earl nicht daran hinderte mit Scott Holt als Sänger weiter zu machen. Das daraus entstandene neue Album Sonic Mojo würde ich als „zwiespältig“ bezeichnen. Und so kann festgehalten werden, dass die Band Foghat auch im Jahr 2024 weiterhin Bestand hat.

Was Foghat von anderen Bands unterscheidet, ist ihre Fähigkeit, den Blues mit einem rockigen Boogie Touch zu vereinen und dabei eine einzigartige Klanglandschaft zu schaffen, die sowohl eingängig als auch sehr kraftvoll ist. Ihre Musik ist wie ein treuer Begleiter auf einer endlosen Straße, der dich nie im Stich lässt und immer für eine gute Zeit sorgt. Für Fans des klassischen Rock ist Foghat ein absolutes Muss. Ihre Musik ist zeitlos, energiegeladen und einfach mitreißend. Die ersten 8 Alben sind von sehr gut bis grandios einzuordnen. Leider eine unterschätzte Band, die eigentlich viel mehr Anerkennung verdient hätte. Slow Ride IHR Song kennen vermutlich alle, wenn dieser im Classic Rock Radio gespielt wird. Ich denke aber Gelegenheitshörer werden kaum die Band kennen – leider.

Band: Foghat

Gründung: 1971

Gründungsmitglieder: Dave Peverett (v,g), Rod Price (g), Tony Stevens( b), Rod Price (d)

Alben Studio/Live: Foghat 1972, Rock And Roll 1973, Energized 1974, Rock And Roll Outlaws 1974, Fool For The City 1975, Night Shift 1976, Live 1977, Stone Blue 1978, Boogie Motel 1979, Tight Shoes 1980, Girls To Chat, & Boys To Bounce 1981, In The Mood For Something Rude 1982, Zig.Zag Walk 1983, Return of The Boogie Men 1984, Road Cases 1996, Family Joules 2003, Decades Live 2003, Live II 2007, Live At The Blues Warehouse 2009, Last Train Home 2010, Under The Influence 2016, Live At The Belly Up 2017, Sonic Mojo 2023. Permission To Jam-Live In New Orleans 1973, Slow Ride-Live In Concert

Fool For The City 1975

Canned Heat / Finyl Vinyl / 2024

Das Beste kommt am Schluss! So oder ähnlich könnte man den Titel des Album der Woodstock-Legenden Band Canned Heat interpretieren. Die Band ist nur noch mit einem Originalmitglied vertreten: Drummer Adolfo „Fito“ De La Parra führt die Geschicke seiner Band. Die gestandenen Musiker haben nun ein Album aufgenommen, dieses auch meine volle Anerkennung findet. Einige Songs könnte man auch in frühere glanzvolle Zeiten mit der Zeitmaschine „zurückbeamen.“ Ihr bekannter Blues Rock, angereichert mit Boogie, heizt den Zuhörern bisweilen gehörig ein. Feeling kann man bekanntlich nicht erlernen, dies ist eine Gabe und wer sie hat kann sich glücklich schätzen – Canned Heat gehören dazu! Die Band ist seit 1969 aktiv, hatte aber bis heute sehr viele Personalwechsel zu verzeichnen. Bob „The Bear“ Hite, Henry „The Sunflower“ Vestine und Alan „Blind Owl“ Wilson sind natürlich bis heute unvergessliche, damals prägende Bandmitglieder!

Die gespielten 10 Tracks sind hörenswert und zum Teil spannend und abwechslungsreich. Gegen Schluss kann aber das anfangs hohe Niveau nicht mehr gehalten werden. Ein sehr starker Starter mit One Last Boogie, lässt richtig „Brennholz“ niederbrennen! Cooler Song, wo Freunde der Band Foghat ebenfalls ihre grosse Freude daran haben müssten. Blind Owl mit der Unterstützung von Gastmusiker Dave Alvin ist ebenfalls stark anzuhören. Toller Gesang und Gitarren die heizen – ganz starker Song. Ebenfalls überzeugt Goin’to Heaven (In a Pontiac). Blues Rock vorwärtstreibend, wie es die Band schon immer gekonnt hat. Mit So Sad (The World’s In A Tange, hauen sie ebenfalls eine ganz starke Nummer vom Stapel. Und wer bedient da die Leadgitarre als Gast? Ein gewisser Joe Bonamassa gibt sich da die Ehre! Auch ein Instrumental haben die Herren im Sortiment. East/West Boogie kommt zwar sehr außergewöhnlich in der Sound Ausrichtung daher, um nicht zu sagen schräg! Der Song hat aber etwas faszinierendes in der Melodieführung an sich. Er würde sich sicher für einen Quentin Tarantino Film absolut eignen! Nach diesem Song, wird das bis jetzt hohe Niveau schon ein bisschen nach unten gedrückt, ohne aber ganz abzufallen. A Hot Ole Time kann da noch mit den ersten tollen Tracks gut mithalten. Der Rest ist dann ziemlich austauschbar, immer noch hörbar, ohne aber weitere „Glanzlichter“ zu setzen! Verteilt auf 2 LP Seiten reihen sich die Songs wie folgt aneinander:

Side One

One Last Boogie, Blind Owl, Goin‘ To Heaven( In A Pontiac), So Sad (The World’s In A Tangle), East/West Boogie (Instrumental)

Side Two

Tease Me, A Hot Ole Time, You’re The One, When You’re 69, Independence Day There Goes That Train

Ob das wirklich der letzte Tonträger der Band sein wird, wir sind gespannt! Auf jeden Fall können sich die Woodstock-Legenden ihren Platz im Blues Rock Olymp sicher sein. Ihre Musik mit der Ausrichtung in Blues, Rock und Boogie, wird man u.a immer auch mit ihrem Namen in Verbindung bringen – gut so!

Album: Finyl Vinyl

Music Expert:****

Beste Songs: One Last Boogie, Blind Owl, Goin‘ To Heaven (In a Pontiac), So Sad (The World’s In a Tange), East Boogie (Instrumental), A Hot Ole Time

Blues Rock

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