Nazareth / Best Of / 2026

Bei Best Of Veröffentlichungen ist das immer so eine Sache! Je länger die Band im Geschäft ist, um so schwieriger die Auswahl. Welche Dekade will man abdecken, welche wichtigen Songs sollen es sein. Wer legt eigentlich fest, welches wirklich die besten Songs sind? Alles wichtige Fragen, die dann bei der der Zusammenstellung nicht immer befriedigend umgesetzt werden. Wer die Rechte besitzt, bestimmt eben. Bei der schottischen Band Nazareth gibt es bereits einige Best Of, wieso schon wieder eine, ist dem Geheimnis des Label geschuldet. Nimmt man die 13 Songs unter die Lupe fällt auf, die neueren Tonträger wurden nicht berücksichtigt! Also „alter Wein in neuen Schläuchen?“ Böse gemeint ja aber mit der Anerkennung, dass die bekannten und relevanten Songs ihren Platz auf diesem Tonträger gefunden haben. Na gut, es geht auch um Rechte, sprich Freigaben. Bei häufigen Wechsel der Plattenfirma, ist man bei der Zusammenstellung der Songs eben merklich eingeschränkt.

Klar auch, an gewissen Songs kommt man definitiv nicht vorbei. Songs wie Love Hurts, Dream On und This Flight To Night sind „Pflichtfutter“, auch wenn einem inzwischen vor allem Dream On gehörig „auf den Sack“ geht…! Nichts gegen Balladen aber Nazareth hatten ihre Blütezeit in den frühen 70iger im Genre Hard Rock! Mir persönlich gefällt auch ihre Rock/Pop Phase ganz gut, nur diese ist auf diesem Album praktisch ausgeblendet! Klar, die Geschmäcker sind eben verschieden. Die Songs werden wie folgt gelistet:

Die Band Nazareth hat noch noch ein Originalmitglied in ihren Reihen. Der Basser Pete Agnew vertritt „seine Farben“ seit 1968! Somit ist die Band eine der Dienstältesten auf diesem Planeten. Leider müssen inzwischen kleinere Clubs für ihre Konzerte herhalten. Ihre Fanbase ist immer noch beachtlich, trotz dem erneuten Wechsel am Mikrofon, was natürlich für die Identifikation der Band nicht förderlich ist! Welche Best Of wirklich die beste ist, muss jeder für sich entscheiden. Für den Einsteiger, der die Band kennenlernen will, ist dieser Tonträger sicher geeignet. Songs wie Razamanaz, Hair Of The Dog, This Flight To Night, Love Hurts und noch einige andere funktionieren auch im Jahr 2026 noch glänzend! Das 70iger Feeling lebt!

Album: Best Of

Music Expert:****

Beste Songs: Love Hurts, This Flight To Night, Morning Dew, Razanamaz, Hair Of The Dog, Holiday, Sunshine

Classic Rock

The Guess Who / Canned Wheat / 1969

Ein aussergewöhnliche gutes Album von der Band aus Winnipeg🇨🇦. Die Protagonisten Randy Bachmann (g), Burton Cummings (v), Garry Peterson (d) und Jim Kale (d) etspielten mit Canned Wheat ein facettenreiches Album ein, dieses trotz Stilvielfalt überzeugen kann. Der Start mit No Time geht in Richtung Hard Rock und ist ein hervorragender Song mit viel Druck und Live ein unverzichtbarer Song! Minstrel Boy und Laughing sind Folk & Pop Songs die gut ins Ohr gehen. Undun hat dann eine Leichtigkeit, die den Song im angehauchten Jazz Gewand erscheinen lassen. Diesen Stil trägt klar die Handschrift von Randy Bachman. Solche Songstrukturen lässt er dann später auch bei der Band BTO ab und zu einfliessen. Nächster Stop ist dann 6 A.M. Or Nearer. Der Song ist recht verschachtelt und hat eine psychedelische Schlagseite auszuweisen. Old Joe geht angenehm ins Ohr, ohne aber grosse Spuren zu hinterlassen. Da hat dann Of A Dropping Pin wesentlich mehr Substanz auszuweisen. Guter Rhythmus und eine tolle Gitarre zeichnen den Song aus.

Der Song Key fängt mit einem orientalischen Intro an und verfängt sich dann in einem dichten Sound, wo die Gitarre übernimmt und mit dem Schlagzeug den Sound vorantreibt! Ein unglaublich toller Song, dieser die Qualitäten aller Musiker wiedergibt. Die Stimme von Burt Cummings ist hervorragend. Gary Peterson Spiel am den Drums mit conga und percussion ist fantastisch anzuhören! Mit einer Länge von 11:24 ist der Song sehr lang aber keine Sekunde zu lang! Fair Warning schliesst dann das offizielle Album unspektakuläre ab. Der CD Silberling hat dann noch 2 Bonustracks auszuweisen. Species Hawk ist🔝und richtig treibend. Silver Bird geht als ruhiger Song gut ins Ohr. Die Songs haben folgende Reihenfolge auf der CD:

No Time, Minstrel Boy, Laughing, Undun, 6 A.M Or Nearer, Old Joe, Of A Dropping Pin, Key, Fair Warning Bonus Tracks: Species Hawk, Silver Bird

Das Nachfolgealbum hatte dann den Welthit American Woman auszuweisen. Weitere gute Alben sollten noch folgen für The Guess Wo. Randy Bachmann „machte sich vom Acker“ und gründete Bachmann Turner Overdrive! So begann dann ein neues höchst erfolgreiches Rock Kapitel! Ich empfehle unbedingt die remasterte CD mit den Bonus Tracks. Diese hat einen hervorragenden Klang auszuweisen. Klar auch die LP, da kann man auch nichts falsch machen.

Album: Canned Wheat

Music Expert:****

Beste Songs: No Time, Minstrel Boy, Undun, Of A Dropping Pin, Key, Species Hawk

Classic Rock

Luther Allison / Let‘s Try It Again / 1989

Luther Allison, einer der Besten seines Faches Live In Berlin. Die Blues Rock Ikone mit einem tollen Blues Rock Feuerwerk. Das eingängige Eröffnungslied mit Namen Serious lässt den Meister langgezogene Gitarrenlinien in diesen „flüssigen“ Song einfügen. Backtrack ist dann ein knackiger Blues Shuffle. Was jetzt folgen sollte ist einer der Höhepunkte an diesem Abend. Let‘s Try It Again ist ein slow Blues Song für die Seele. Atmosphärisch und mit viel Gefühl gespielt, packt der Song den Zuhörer schon ab der ersten Sekunde. Wunderbar passend das Saxophon und die gelegentlich eingesetzten Keyboard Passagen. Die Gitarre „schlängelt“ sich durch den Song, bis dann zum Finale das Gaspedal durchgedrückt wird. Mit 9:27 hat der Song die „richtige“ Länge.

Freedom ist gitarrentechnisch auf hohem Niveau angesiedelt und besticht mit Funk Einschlag und einer getragenen Melodie, wo wieder das Saxophon Akzente setzt. Spannende 7:35 lassen uns aufmerksam zuhören. Life Is Bitch ist Blues Rock pur. Just Memories ist dann ganz nett aber eher blass im direkten Vergleich seiner vorherigen Tracks. Fight besitzt dann ein anderes Kaliber! Frisch und knackig geht es zur Sache. Die raue Stimme von Luther Allison passt bei den knackigen gespielten Blues Rock vorzüglich. Bad News Is Coming nimmt dann Fahrt auf, um die Slow-Blues Fahrt durch die „Blues-Avenue“ im Cabriolet zu geniessen. Wunderbare Passage „mit der Sprechenden Gitarre“ bereichern den Song. Just My Guitar (And Me) schaltet dann wieder die Gänge höher. Ein schnell gespielter Blues Rocker animiert zum mitmachen…! Wer da ruhig sitzen bleibt, dem ist nicht mehr zu helfen. Now You Got It ist dann richtig „lässig“ funky gespielt. Auch der Song geht in die Beine. Let‘s Have A Little Talk ist ein langsam gespielter Blues. Gediegen führt uns der Protagonist durch den Song. The Dock The Bay beendet den Tonträger, diesmal ohne grosse Aufregung! Die Songs verteilt auf dem Silberling:

Serious, Backtrack, Let‘s Try It Again, Freedom, Life Is A Bitch, Just Memories, Fight, Bad News Is Coming, Just My Guitar (And Me), Now You Got It, Let‘s Have A Little Talk, The Dook The Bay

Es ist eine sehr gute Blues Scheibe die da Luther Allison und seine Band im Jahr 1989 eingespielt haben. Mal gediegen und dem Blues gerecht „langsam“ ins Ziel führend, um dann aber auch Shuffle mässige Blues Rocker „rauszuhauen“…! Zutaten: Gitarren, Keys, Saxophon, Drums und seine raue Stimme. Zwischendurch eine Brise Funk, garantiert ein abwechslungsreiches Live Erlebnis. Leider ist der Silberling nicht remastert! Man merkt es an der geringen Lautstärke. Man muss da am Pegel zünftig drehen, um da ein Live Erlebnis ins Wohnzimmer zu bringen.

Album: Let‘s Try Again Live 89

Music Expert:****

Beste Songs: Serious, Backtrack, Freedom, Let‘s Try It Again, Freedom, Bad News Is Coming, Just My Guitar (And Me)

Blues Rock

Michael Katon / Boogie Train / 1993

Es gibt Musiker die kennt jeder, dann gibt es solche die nur Insider kennen und am Schluss die völlig unbekannten! Michael Katon wer bitte…? Genau, dieser Blues-Rock-Boogie Gitarrist kennen wohl nur jene, die in Michigan und Umgebung sesshaft sind und ein paar wenig andere Musikfreunde. Der 1959 geborene Gitarrist hat schon über 10 Studio Tonträger und einige Live Scheiben eingespielt. Der Kerl spielt so ziemlich den derbsten Blues-Rock-Boogie auf diesem Erdball. Die Musik richtet sich nicht an Ästheten die den Gitarren-Feinschliff suchen. Nein, da wird gekonnt „gebolzt“ mal härter, mal weniger aber immer mit dem „zuck“ Faktor für unsere Beine! Jawohl der Gitarrist bietet was fürs Geld!

Der Eröffner mit Walke Up Call ist ein gelungenes Instrumental und zeigt schon auf, wohin die Boogie Reise geht. Der Track Junior Keep On Walkin‘ ist der „Vorläufer“ für den nächsten Song. Jetzt wird richtig Schub und Fahrt aufgenommen. Get On The Boogie Train „sattelt das Pferd“ für einen schnellen Ritt! You Can Run But You Can‘t Hide und Put My Blues Back On wechseln vom schnellen Hengst auf den Boogie Train. Die druckvoll gespielte Gitarre heult und ächzt im Gleichschritt zum Gesang und Rhythmus. Es geht im schnellen Boogie Train krachend so weiter. Die weiteren tollen Songs reihen sich aneinander, wie die schönen Perlen an der Halskette! Wenig Verschnaufpausen gönnt uns der Protagonist. Von Track Where The Wild bis Love Hoo Doo, gibt es keinen Durchhänger – echt! Ein richtig starker Blues Song mit Name Walkin’Blues „balzt“auch noch aus dem Boogie Train. Insgesamt bereichern 13 Songs das Album. Setlist CD:

Wake Up Call, Junior Keep On Walkin‘, Get On The Boogie Train, You Can Run But You Can‘t Hide, Put My Blues Back On, Where The Wild Ones Go, Roadtested, Cadillac Assembly Line, Every Girl I See, Walkin‘ Blues, The Water Won‘t Boil, Rock Me Till The Hounds Come Home, Love Hoo Doo

Dieser Studio Tonträger ist vermutlich der beste von Michael Katon. Von denen die ich besitze ganz sicher! Wer die Band Foghat liebt, kommt an diesem Tonträger definitiv nicht vorbei. Ebenso auch ZZTop und Canned Heat Freunde. Und ja, ob Slide oder zwischendurch mal die akustische, der Kerl spielt sie alle gut. Die Stimme ist rau und passt vorzüglich zu den Songs. Bei diesem Album war er zudem für den Bass zuständig! Bei einem Track hört man Hammond Organ, gespielt von David Norup. Bei zwei Tracks Piano, wo Rob Robinson in die Tasten haut. Ansonsten🎸pur! Wer auf Blues-Rock-Boogie steht, sollte sich diesen Tonträger unbedingt zulegen. Zuerst das Pferd satteln und dann ab Track 3 auf den Boogie Train aufspringen. Es lohnt sich – versprochen!

Album: Boogie Train

Music Expert:*****

Beste Songs: Get On The Boogie Train, You Can Run But You Can‘t Hyde, Put My Blues Back On, Walkin‘Blues, Rock Me Till The Hounds Come Home

Classic Rock

Lindsey Buckingham / Law & Order / 1981

Lindsey Buckingham ist bis heute ein „grausam“ unterschätzter Gitarrist! Der Mastermind von Fleetwood Mac erstellte im Jahr 1981 sein erstes Solowerk. Ich nehme es vorweg. Im Backkatalog von dem genialen Gitarristen ist sein erstes Soloalbum zusammen mit seinem Zweitwerk Go Insane ein spezieller Tonträger.

Einige Spielarten die nicht unterschiedlicher sein könnten, vereinen sich bei diesen 11 Tracks. Es ist ein abwechslungsreiches Album geworden. Rock, Pop, Country und Folk Sound, verzahnen sich in Sound-Collagen. Ein Album dieses sich erst nach mehrmaligen Hören erschliesst. Der Starter mit dem „sonderbaren“ Namen Bwana hat durchaus seine Reize. Es hat natürlich Song-Perlen auf diesem Album. Trouble ist ein „kleiner“ Single Hit und geht geschmeidig ins Ohr. Mary Lee Jones ist dann doch ein sehr seichter und knapp durchschnittlicher Song. Anderes Kaliber ist dann I’Tell You Now! Viel Charme versprüht dieser Song. It Was I ist dann richtig anmutig und schön. September Song, Shadow Yof The West und Thst‘s How We Do It In L.A. sind ganz 🆗 mehr aber dann doch nicht. Johnny Stew ist der „härteste“ Song auf dem Setlist und wird mit viel Drive gespielt. Love From Here, Love From Where mit leichtem Country Einfluss hat etwas anmutiges an sich. Der Abschluss mit A Satisfied Mind ist locker folkiger/Country Stoff. Der CD Tonträger und seine Songs wird wie folgt gelistet:

CD

Bwana, Trouble, Mary Lee Jones, I‘ll Tell You Now, It was I, September Song, Schadow Of The West, That‘s How We Do It In L.A., Johnny Stew, Love From Here, Love From There, A Satisfield Mind

Lindsey Buckingham zeichnete sich auch bei weiteren Solotonträger als begabter Musiker aus, wo sein Songwriting und seine 🎸Passagen höchsten Anforderungen gerecht werden. Seine Musik abseits von seiner Stammband Fleetwood Mac, bleibt stets komplex und erfordert meistens mehrere Durchläufe! Er kann aber auch die weniger „kopflastigen“ Sachen spielen! Das Gespür für eine feine Melodie ist ihm nie abhanden gekommen – gut so! Vielschichtig und anspruchsvoll, so kann man seine Songs erklären. Sein Gitarrenspiel ist einzigartig und toll anzuhören. Stimmlich hört er sich angenehm an. Sein Songwriting ist Klasse und nimmt auch ernsthafte Themen an. Definitiv ein unterschätzter Musiker, dieser viel Substanz auszuweisen hat.

Album: Law And Order

Music Expert:***1/2

Beste Songs: Bawana, Trouble, I‘ll Tell You Now, I Was I, Johnny Stew,

Classic Rock

Rory Gallagher / Photofinish / 1978

Auch wieder so ein „grausam“ gutes Ende 70er Album! Rory Gallagher der geniale Blues Rock Gitarrist mit einem seiner härtesten Alben. Zum Teil schnell und wuchtig gespielt, ohne aber sein Gespür für Blues/Folk Linien einfliessen zu lassen. Das Album erzeugt eine ungeheure intensive Wahrnehmung. Zusammen mit seinem Album Top Priority ist die Grenzlinie zum Hard Rock (zumindest bei einigen Titeln) sehr nahe! Ich finde seine zwischenzeitlich begrenzte „Neuausrichtung“ bis heute 🔝und essentiell im Backkatalog des Iren.

Das Album Photofinisch startet mit dem Track Shin Kicker stark. Fast schon „stampfend“ gibt der Song die Marschrichtung für diesen Tonträger vor. Einfach guter Gitarrenrock der zupackt. Brute Force & Ignorance mit diesem knackigen Eröffnungsriff muss man einfach beklatschen. Die Geschwindigkeit ist dosiert auf mehr Rhythmus. Der tolle Song überzeugt uneingeschränkt. Song Nr. 3 mit Namen Cruise On Out geht in die Vollen. Schnell und präzise vorgetragen, lassen die Gitarrenläufe von Rory Gallagher keine Wünsche offen. Mit Coak & Dagger schaltet der Ire in ein atmosphärisch ausgerichteten Modus. Die Gitarrenarbeit ist einfach unglaublich gut anzuhören. Overnight Bag ist eine Perle in Sachen Gesang und Melodieführung. Mit dem Song Shadow Play bekommen wir den ultimativen Stoff. Vermutlich der intensivste und kraftvollste Song des Gitarristen. An Konzerten musste er den immer bringen! Auf der Bühne „drückt“ dieser🎸Gitarrenkracher ohne Ende. Der geniale Song lässt sich live fast schon unendlich dehnen. Melodie, Songwriting und seine Fender werden zu einem ganz grossen Song zusammengeführt. The Mississippi Sheiks ist ein Blues Rock Knaller erster Güte. Der Ire kann es einfach! Ob schnell, langsam oder in der Schnittmenge alles von beiden, er spielt es einfach wunderbar. Mit The Last Independants wird gepowert bis sich die Balken biegen. Wuchtig und schnell bis zum Anschlag gespielt, kann man da einfach nicht ruhig dasitzen. Das verbietet sich schlicht und ergreifend. Da muss die Rhythmusabteilung richtig schuften. Der Abschluss bildet Fuel To The Fire. Ein Track zum geniessen. Sehr intensiv gespielt und in Tradition eines schweren Blues mit einer feinen Melodieführung. Dieser CD Tonträger kann mit 2 Bonustracks aufwarten! Early Warning und Juke Box Annie. Beide sind nicht spektakulär, ergänzen aber den Tonträger auf jeden Fall, ohne im Verdacht „füllen“ des Album zu stehen. Nie und nimmer bei diesem Musiker, denn für das ist sein Song Repertoire einfach zu gut.

CD

Shin Kicker, Brute Force & Ignorance, Cruise On Out, Cloak & Dagger, Overnight Bag, Shadow Play, The Mississippi Sheiks, The Last Of The Independants, Fuel To The Fire, Bonus Tracks: Early Warning, Juke Box Annie

Das „verrückte“ an den Tonträgern von Rory Gallager ist, es gibt keine schlechten im Backkatalog des Iren! Alle bewegen sich auf sehr hohem Niveau. Ausnahme: Seine 2 letzten Studioalben! Die kann man als durchschnittlich bezeichnen. Ansonsten alle🔝. Live war er sowieso einer der besten seiner Zunft. Da entwickelten sich seine Songs zu „Monstern. Ein Künstler der für sein zahlendes Publikum einfach alles gab – sogar ein bisschen mehr! 11 offizielle Studioalben und fast schon unzählige Live Dokumente machen Rory Gallagher zur Legende.

Album: Photo Finisch

Music Expert:******

Beste Songs: Shine Kicker, Cruise On Out, Cloak & Dagger, Shadow Play, The Mississippi Sheiks, The Last Of The Independants

Blues Rock

Nazareth / Rampant / 1974

Klassischer Hard RockRock gefällig? Mit diesem 74er Werk erstellte die schottische Band unter der Regie von Roger Glover ein tolles Werk. In ihrer Bestbesetzung sind die meisten der 9 Songs bis heute immer noch knackig anzuhören! Die Band hatte inzwischen schon internationalen Status erreicht. Längere Welttourneen untermauerten ihren Status als erfolgreichster Exportschlager aus 🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿, fast auf gleicher Höhe wie der Whiskey aus ihrem Land. Mit ihrem Album Nr.5 Rampant, festigten sie ihren Ruf tolle Studioalben zu erstellen. Live waren sie sehr solide und hatten dadurch volle Häuser bei Konzerten.

Der Beginner mit Silver Dollar Forget ist ein knackiger Hard Rocker. Vorwärtstreibend mit toller 🎸die den Takt vorgibt. Die Verlangsamung und der Rhythmuswechsel gegen Schluss ist fantastisch anzuhören. Sicher einer der Höhepunkte auf diesem Album. Glad When You‘re Gone rockt dann als zweiter Song toll weiter. Mit Loved And Lost spielt die Band einen Slow Song, so einer der eigentlich auf jedem ihrer Album seinen Platz findet. Dieser Track ist sehr gehaltvoll und driftet nicht in reines Popgefilde ab. Fast „schwer“ vorgetragen hat der Song eine Tiefe, die dann mit dem Mittelteil und der tollen Gitarre von Manny Charlton vollends überzeugen kann. Nächster Song: Shanghai‘d In Shanghai ist ein bekannter Song, dieser auf Best Of Scheiben immer aufgeführt wird. Ich finde ein guter Rocker, getragen von einer sitzenbleibenden Melodie. Mit Jet Lag erreicht das Album seinen Höhepunkt. Alleine der Mittelteil ist sein Eintrittsgeld wert. Die Verlangsam und die eingesetzte „sprechende“ Gitarre ist Weltklasse. Rocky Mountain Way von Joe Walsh lässt grüssen. Nächster Stop Sunshine. Mehr Pop als Rock. Nett, mehr dann aber doch nicht! mit Shapes Of Things (A) und Space Safari (B) beendet die Band mit diesem Zweiteiler Song das Setlist. Die Band lässt nichts mehr anbrennen. Solider easy Schlusspunkt würde ich sagen. Wobei beim letzten Track nochmal richtig gepowert wird – toll.

CD

Silver Dollar Forget, Glad When You‘ Re Gone, Loved And Lost, Shanghai‘d In Shanghai, Jet Lag, Light My Way, Sunshine, Shapes Of Things, Space Safari. Bonuns Tracks: Shanghai‘d In Shanghai (US Single Hit), Shapes Of Things (Single Edit), Sunshine (Edited Version), Silver Dollar Forget (Edited Version)

Die Band existiert auch im Jahr 2025 noch! Mit noch einem Original Mitglied (Pete Agnew, der Basser), werden in überschaubaren Zeitabständen immer noch Alben erstellt, die fernab von grossen Erfolgen stehen. Ihre musikalisch „goldenen“ Zeiten, lassen sich nicht mehr zurückholen und trotzdem, schön gibt es die Band noch.

Album: Rampant

Music Expert: ****1/2

Beste Songs: Silver Dollar Forget, Glad When You‘Re Gone, Love And Lost, Jet Lag, Space Safari

Classic Rock

Albert King / I Wanna Get Funky / 1974

Die 3 Kings👑sollte man schon kennen. B.B., Freddy und Albert stehen für ihre Vorreiterrolle des elektrischen schwarzen Blues in den🇺🇸. Albert King spielte im Jahr 1974 ein unglaublich gutes Album ein. Der Albumtitel suggeriert Blues mit Funk, was dem Album nicht ganz gerecht wird. Ich würde meinen, ebenso klar muss auch von Soul gesprochen werden, was in der Gesamtheit dieses grossartige Album so interessant macht. Die legendären Memphis Horns bereichern das Album Song gerecht und geben so über die ganze Spieldauer eine besondere Note. Die Songs strotzen nur so von Blues, Funk und Soul Einflüssen. Die insgesamt 9 Tracks lassen keine Wünsche offen. Der „warme“ Sound ist eindrücklich und umschmeichelt meine Gehörgänge angenehm. Sein Gitarrenspiel hat einen wohlklingenden und einzigartigen Klang.

I Wanna Get Funky startet richtig gut und ist mit gehörig Funk Rhythmus ausgestattet. Die🎸ist einfach überragend. Track Nr. 2 Playing On Me kann die Vorgabe des ersten Track nicht halten. Der Song plätschert im Soul Gewand vor sich hin. Nicht schlecht aber mehr als Durchschnitt, dann eben doch nicht. Song Nr.3 Walking The Backstreet And Crying hat dann wieder ein ganz anderes Kaliber. Fantastische🎸Blues-Linien werden da gezogen. Ein toller und intensiver Song, inklusive den bekannten Memphis Stax Studiomusiker. Ebenso brilliert Till My Back..! Grosses Kino wird da geboten. Fast schon hypnotisch wird da der Song mit dieser🎸zum niederknien zelebriert. Die Struktur erinnert stark an Barry White, bevor dieser immer mehr den Soul zu Gunsten Disco verlassen hat. Nächster Song: Flat Tire. Da kommt der Groove Faktor wieder toll zum Tragen. Mit I‘Cain‘t Hair Nothing But The Blues geht es gediegen in den 2.Teil dieses Tonträger. Feeling pur! So was kann man eben nicht lernen! Man hat es oder eben nicht! Travelin‘ Man fügt sich gut ein und Crosscut Saw ist „vermutlich“ der Höhepunkt auf diesem Tonträger. Unglaublich druckvoll und knackig lässt der Protagonist seine🎸“Lucy“ durch den Song und über den Rhythmus zirkulieren. Ein richtig „scharfes“ Lied bekommen wir da geboten. Der Abschluss bildet dann That What The Blues Is All About. Da lässt Albert King nichts mehr anbrennen. Ein guter und geschmeidiger Song bildet so einen schönen Abschluss.

CD

I Wanna Get Funky, Playing On Me, Walking The Back Street And Crying, Till My Back Ain‘t Got No Bone, Flat Tire, I‘ Cain‘t Hair Nothing But The Blues, Travelin‘ Man, Crosscut Saw, That What The Blues Is All About

Im Genre Blues mit Soul und Funk, ist dieser Tonträger etwas vom Besten was es gibt. Es macht einfach richtig Spass da zuzuhören. Blues mit all seinen Zutaten, verschmelzen sich kongenial. Das schöne Modell Gibson Flying V 58, wird vom Linkshänder Albert King brillant gespielt. Seine Gitarre „singt“ mit!

Album: I Wanna Get Funky

Music Expert:*****

Beste Songs: I Wanna Get Funky, Walking The Back Streets And Crying, Til My Back Ain’t Got No Bone, Flat Tire, Crosscut Saw

Blues, Funk, Soul

Kenny Wayne Shepherd Band / Dirt On My Diamonds Volume 1 / 2023

Kenny Wayne Shepherd Band hat da mit DOMD 1 ein beeindruckendes Blues Rock Album eingespielt. Da liegt die Betonung eindeutig 👉bei Rock! Der Kerl aus Lousiana liefert da so was von ab! Druckvoll werden da Gitarrensalven im Sekundentakt songdienlich in die Rock lastigen Tracks integriert. Mit Noah Hunt hat Kenny Wayne Shepherd einen hervorragenden Sänger an Board. Unser Protagonist an der 🎸ist stimmlich ebenfalls „bei den Leuten“ und somit auch da präsent! Die rockigen Songs sind „gespickt“ mit dezenten Keyboards, Saxophon und Trompete. Somit wird das Album zu keiner Zeit langweilig. Nein es wird mehrheitlich gerockt, bis sich die Balken biegen! Textlich geht es um Liebe, innere Ruhe, nicht perfekt sein und um Anliegen kämpfen. Beim Titeltrack im speziellen um Unreinheit des Diamanten. im übertragenen Sinn, ist unser Leben damit gemeint. Auch textlich kann der Tonträger durchaus gefallen, ohne den Anspruch zu erheben literarisch Akzente zu setzen.

Die Tracks Dirt On My Diamonds und Sweet & Low gehen ab wie der Korken einer Champagner Flasche! Best Of My Times besticht durch feine Gitarrenlicks der Spitzenklasse. Track 4 und You Can‘t Love Me bringt dann etwas Ruhe in das „Rockkouse“, bis dann wieder ein Gang hochgeschaltet wird. Es geht auf hohem Niveau weiter, bis in die Schlussrunde. Der Abschluss mit Easy On My Mind ist ein weiterer Höhepunkt auf diesem Tonträge. Da wird der Blues richtig emotional gespielt. Was für ein Track, was für ein Feeling und was für eine🎸. So endet dann ein fulminantes Album.

Tracklist CD

Dirt On My Diamonds, Swet & Low, Best Of Times, You Can‘t Love Me, Man On A Mission, Saturday Night‘s Alright, For Fighting, Bad Intentions, Bad Intentions, Easy On My Mind

Das Album ist absolut empfehlenswert, wenn man mit Blues Rock und ein wenig Soul, in diesem Fall Betonung auf Rock etwas anfangen kann. Nach meiner Einschätzung agiert Kenny Wayne Shepherd auf dem höchsten Niveau und dazu gehören Joe Bonamassa, Walter Trout, Eric Gales, Aynsley Lister, Danny Bryant, Ryan Mc Garvey und noch ein paar andere Protagonisten! Und ja, super Cover – spricht an, so muss es sein!

Album: Dirt On My Diamonds Volume 1

Music Expert: ****1/2

Beste Songs: Dirt On My Diamonds, Sweet & Low, Best Of Times, Easy On My Mind

Blues Rock

Yes / The Yes Album / 1971

Wir machen nun eine Zeitreise und gehen ins Jahr 1971 zurück. Es ist das 3 Album von der Gruppe Yes. Die künftigen Prog-Legenden aus🇬🇧, legten mit ihrem Erstling ein vielbeachtetes Album dem zahlenden Publikum vor. Die 5 Protagonisten zeigten schon früh auf, wie sich progressive Rockmusik in naher Zukunft anzufühlen hat. Genau genommen waren Yes die „Miterfinder“ des Genre Prog Rock. Diesen Titel teilen sie sich u.a. mit King Crimson, ELP, Genesis, Moody Blues, Styx und zu Teilen Pink Floyd. Das vorliegende Album von Yes, ist noch nicht „vollamtlich“ dem Prog Rock zuzuordnen. Der Stil ist ausgewogen mit sinfonischen Zügen, wo auch leichte Folk/Jazz Elemente ihren Platz inne haben. Über alles steht die helle und fantastische Stimme von Ian Anderson. Die 🔝Gitarrenläufe von Steve Howe veredeln jeden einzelnen Song. Die Band hatte auch textlich was zu bieten. Oft bedient man sich philosophischen Texten, wie Spiritualität und Wahrnehmung. Bei ihrem Master Track Starship Trooper, wird man mit einer metaphorische Zeitreise durch sein eigenes Bewusstsein konfrontiert…!

Der Eröffner mit Yours Is No Disgrace geht angenehm ins Ohr. Der Song lässt da schon mal aufhorchen. Die gespielte Leichtigkeit erstreckt sich über 9:43. Flüssig und „flockig“ gespielte Songstrukturen, verleihen dem Track eine „gewiefte“ Eleganz. Das hört sich angenehm an, ohne allzu fest kopflastig zu wirken. Filigrane Rhythmuswechsel unterstreichen die ganze spielerische Brillanz. Der Song Nr.2 ist Steve Howe im Alleingang. Clap das Instrumental ist Live eingespielt und zeigt die enormen Fähigkeiten ihres Gitarristen. Mit Starship Trooper (Life Seeker, Disillusion, Würm) nimmt uns die Band auf eine schöne Zeitreise mit, wo sanfte Keyboard-Linien und Gitarrenakkorde sich mit dem Gesang genüsslich verschmelzen. Dieser unterteilte Song bietet einiges an Folk / Jazz Elemente. Chris Square hat tolle Basslinien anzubieten. Ive Seen All Good People ist in der Eröffnung toll gesungen und wird abgelöst von der akustischen Gitarre. Ein Refrain der wirklich speziell ist, unterstützt den Song. Ab 3:42 erfolgt ein spannender Rhythmuswechsel. Die Gitarre von Steve Howe ist brillant eingesetzt und „galoppiert mit den anderen Instrumenten gekonnt in die Schlussschleife! Ein Song wie ein kleines Kunstwerk. Ein ziemlich komplexer Song ist dann A Ventura. Die Rhythmen sind ziemlich „verschachtelt“ und sperrig anzuhören. Perpetual Change bildet den Abschluss nach 41:36. Nicht so zugänglich wie die vorherigen Songs aber aus technischer Sicht, natürlich höchst anspruchsvoll und toll gespielt.

CD Tracklist:

Your Is No Disgrace, Clap, Starship Trooper ( 1. Life Seeker, 2. Disillusion, 3. Würm), I’ve Seen All Good People, A Venture, Perpetual Change.

Ich muss gestehen, dass mich dieser Tonträger doch sehr angenehm überrascht hat! Obwohl ich bei Prog Rock meistens eine leicht latente „Ablehnung“ verspüre, attestiere ich diesem Album seine Klasse! Die Protagonisten sind an ihren Instrumenten natürlich extrem gut und punktgenau im Zusammenspiel. Einige ihrer 70er Alben, die dann später erfolgten, sind für die wahren Yes Fans eh unerreichte Prog Tonträger. Ich habe gelernt, „streite“ nie mit wahren Yes Fans über die Alben Fragile (1971) Close To Edge (1972) und Tales From Topographic Ocean (1973), denn das sind ihre unerreichten „Goldschätze“ im Bereich Prog Rock! Im Jahr 1983 begann dann mit dem Album 90125 eine andere Zeitreise, weg von ihrem ursprünglichen Sound, hin zum populären Rock/Pop. Die Kassen klingelten! Das ist aber eine andere Geschichte.

Album: The Yes Album

Besetzung: Jon Anderson (v), Bill Bruford (d), Steve Howe (g,v), Tony Kaye (k), Chris Squire (b)

Music Expert:****

Beste Songs: Yours Is No Disgrace, Starship Trooper (Full Version), I’ve Seen All Good People

Prog Rock

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