Queen / Innuendo / 1991
Juli 3, 2025 Rezension, Vinyl
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a.staeuble
Das letzte offizielle Studioalbum mit Freddie Mercury ist ein Meisterwerk. Wenn man bedenkt, dass der Sänger in dieser Lebensphase schon schwer krank war, erstaunt es doch sehr, welch wunderbare Gesangsleistung er da für dieses Album beisteuern konnte. Das Album besticht durch seine grosse Vielfalt von Stilen und einer🔝Produktion. In der Schnellfassung könnte man sagen 3-4 Übersongs, 2 Hard Rock Songs, einer zum vergessen und der Rest ziemlich gut. Dem Album ist es geschuldet, genauer auf die Songs einzugehen. Die Band verstand es schon immer zwischen den „Genre-Welten“ zu balancieren! Bohemien Rhaposody aus den Jahr 1975 lässt grüssen. Ich würde das Innuendo Album als Art Rock Album bezeichnen. Wo man in den 70iger eher dem Hard Rock zugeneigt war, verlagerte sich ihr Stil in den Keyboard lastigen 80iger zu Pop-Art-Rock Gefilden. Ich denke mir, da der grossartige Freddie Mercury mit seinem aussergewöhnlichen Organ🎤alles, wirklich alles singen konnte, bediente man sich eben dieser Stilvielfalt, ohne aber die Wurzeln vollends zu verlassen. Vielleicht ist das ihr Erfolgsgeheimnis, um weltweit bis heute eine der erfolgreichsten Band zu sein. Bekanntlich tourt die Band mit einem neuen Sänger und Bassisten immer noch gelegentlich um die Welt. Ob das gut ist, kann jeder für sich beantworten…! Tatsache ist aber, dass Mit Roger Taylor an dem Drums und Brian May an der Gitarre immer noch 2 Originalmitglieder dabei sind. Immerhin 50% Queen!
Das Album beginnt famos und geheimnisvoll. Der Namensgeber des Album Innuendo ist ein von mir erwähnter Übersong. Sehr stark in der Eröffnung und der Melodik. Die sich aufbauende Dramaturgie mit dem Rhythmuswechsel, hin zum „galoppierenden“ Flamengo-Solo🎸ist famos anzuhören. Kein geringerer als Steve Howe von der Gruppe Yes, spielt dieses exzellente Solo zu diesem Song. Ein grossartiger Beginn, dieser mit dem Song I’m Going Silghhtly Mad grossspurig weiter geführt wird. Die ersten Takte erinnern mich an Tangerine Dream– kein Scherz! Der Song ist mehr Pop als Rock aber einfach toll umgesetzt. Ihr Gitarrist ist einfach ein Klasse Mann an der Klampe. Mit Headlong geht es in Richtung Hard Rock. Was für ein Gitarrenriff vom Meister Brian May. I Can’t Live With You ist dann weniger gelungen. Nicht so eingängig, eher tönt der Track überanstrengt! Klar muss jetzt etwas fast schon episches kommen! Die Ballade Don’t Try So Hard ist wirklich toll gesungen und zeigt den Protagonist am Mikrofon in absoluter Bestform. Wann Balladen, dann genau in dieser Form mit den dazugehörenden Chorus. Auch da wieder, die Gitarre zum niederknien. Ride The Wild Wind ist nicht spektakulär geraten aber der Gesang und die Struktur haben etwas an sich, was einem gefällt. ALL God’s People beginnt mit dem so bekannten Chorus der Band, um dann fast schon mit „dramatischen“ Zügen sich durch den Song zu „schlängeln„. Ich würde sagen ein richtiger Queen Song, wie ihn die Fans lieben. These Are The Days Of Our Lives ist dann ein Song, dieser man gut und gern im Radio zu hören bekommt. Der ziemlich „schwülstige“ Song ist sicher nicht jeder Mann/Frau Sache. Delilah ist dann grossartig! Hörgenuss pur, denn der Song ist toll strukturiert mit feinem Klang der Gitarre. Ein Pop Song der Extraklasse! Yes, mit The Hitman besinnen sie sich auf die guten alten 70er. Der Song „brettert“ nach vorn und zeigt, wenn sie nur wollen, können sie immer noch tolle Hard Rock Nummern aus dem Ärmel schütteln. Jetzt kommt der nächste Übersong, Bijou heisst das Juwel von einem Song. Eigentlich fast schon ein Instrumental – weniger Gesang, mehr Gitarre. Gefühl, Timing und diese Melodie sind einfach traumhaft schön anzuhören. Der Abschluss dieses Tonträger ist für mich persönlich der beste Song im Backkatalog von Queen. The Show Musst Go On – Gänsehaut pur. Da stimmt alles auf den Punkt genau. Aufbau, Dramaturgie, Gesang, Chorus und technische Umsetzung – Weltklasse! Bei diesem Song/Text kann so jeder seine eigene Lebenslinie in den Song „einfügen“, nachdenken und träumen. Verteilt auf die LP Seiten, reihen sich die Songs wie folgt ein:
Side One
Innuendo, I’m Going Slightly Mad Headlong, I Can’t Live With You, Don’t Try So Hard, Ride The Wild Wind.
Side Two
All God’s People, These Are The Days Of Our Lives, Delilah, The Hitman, Bijou, The Show Must Go On
Dieser Tonträger ist ein Meisterwerk ohne wenn und aber. Die Kombination von allen Stilarten die Queen so spannend machen, passen da bei diesem Tonträger einfach zusammen. Wie ein komplexes Puzzle fügen sich die Tracks magistral zusammen. Bei fast jeder anderen Band würde so eine Spielvielfalt ziemlich „in die Hose gehen“. Erwähnenswert sind auch die fantastischen Keyboard-Passagen, diese den Songs noch den feinen Schliff geben. Leider sind bei der Vinyl Ausgabe Tracks gekürzt worden, was insbesondere bei Bijou, was fast schon als unerträglich einzustufen ist. Lieber ungekürzt, dann halt eben 3 LP Seiten mit Bonus oder so…! Man muss nicht Fan der Band sein aber zumindest dieses eine Album, sollte in seinem Regal schon stehen. Es drängt sich förmlich auf, auf dem Plattenteller diese Platte seine Runden ziehen lassen – The Show Must Go On!
Album: Innuendo
Music Expert:*****
Beste Songs: Innuendo, ‚I m Going Slightly, Mad Headlong, Don’t Try So Hard, Delilah, The Hitman, Bijou, The Show Must Go On

Classic Rock
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