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The Rolling Stones / Gimme Shelter / 1969
Aug. 18, 2026 Hinter den Kulissen, Rezension Hinterlasse einen Kommentar
3 views - verfasst von
a.staeuble
Einleitung:
Die Rolling Stones haben unglaublich viele prägende Songs geschrieben. Wenn ich ihr bester auserkoren müsste, dann wäre die Wahl Gimme Shelter aus dem Jahr 1969. Der Song hat einfach alles, um auch im Jahr 2026 bestehen zu können. Da passt einfach alles zusammen. Songwriting und Atmosphäre bilden eine feste Einheit. Die Eröffnung mit dem düsteren Gitarrenriff, bis hin zum vorwärts treibenden Rhythmus, dieser von Mary Clayton im Chorus kongenial begleitet wird. Der Song erzeugt eine faszinierende Atmosphäre, die einem beim Zuhören einfach packt…! Es ist wie ein „erotischer“ Würgegriff, dieser erst beim letzten Ton ein durchatmen erlaubt!
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Die Entstehung
Gimme Shelter erschien 1969 auf dem Album Let It Bleed. Geschrieben wurde er von Mick Jagger und Keith Richards. Die Geschichte beginnt mit Richards, der in London war und auf seine damalige Freundin Anita Pallenberg wartete. Draußen zog ein Gewitter auf. Richards saß am Fenster und beobachtete den Regen und die Menschen, die Schutz suchten. Daraus entstand die Gitarrenfigur, die den Song praktisch sofort erkennbar macht. Doch während Richards an der Musik arbeitete, veränderte sich die Welt um ihn herum dramatisch. Der Vietnamkrieg eskalierte, die Protestbewegung nahm zu, und die Stones selbst bewegten sich in einer immer düstereren Atmosphäre. Jagger schrieb den Text dazu.
„War, children, it’s just a shot away.“ Der Satz bringt die ganze Stimmung auf den Punkt: Gewalt ist nicht irgendwo weit entfernt – sie ist unmittelbar da. Und dann kam Merry Clayton. Der vielleicht berühmteste Moment des Songs stammt allerdings nicht von den „Glimmer Twins“. Für die weibliche Stimme wurde Merry Clayton, eine damals 20-jährige Soulsängerin aus Los Angeles, ins Studio geholt. Es war mitten in der Nacht. Clayton war schwanger und eigentlich bereits im Bett, als sie angerufen wurde. Trotzdem machte sie sich auf den Weg ins Studio. Dann sollte sie die Zeile „Rape, murder!“ singen. Und sie sang sie nicht einfach. Sie explodierte geradezu. Besonders bei der Wiederholung von „Rape, murder!“ bricht ihre Stimme fast auseinander. Man hört körperliche Anstrengung, Wut und Verzweiflung gleichzeitig. Genau das macht den Song so intensiv. Die eine berühmte Geschichte besagt außerdem, dass Clayton während der Aufnahme so stark sang, dass ihre Stimme anschließend angeschlagen war. Sie soll sich dabei sogar übergeben haben. Die Details dieser Erzählung sind im Laufe der Jahre teilweise widersprüchlich überliefert – aber dass ihre Aufnahme außergewöhnlich körperlich und anstrengend war, steht außer Frage.
Warum der Song so besonders ist
Das Geniale an Gimme Shelter ist für die Kombination aus drei Dingen: Keith Richards Gitarre – dieses unruhige, ständig kreisende Riff klingt wie eine Bedrohung, die niemals verschwindet. Es sind atemberaubende Gitarren-Linien, die den Song ins Finish führen. Mick Jaggers Gesang – er singt nicht wie ein klassischer Protestmusiker. Er klingt eher wie jemand, der mitten im Chaos steht. Er performt intensiv, fast schon Angst einflössend! Merry Clayton – sie macht aus dem Song eine Katastrophe, die gerade passiert. Sie geht ans Limit, nein darüber! Und dann kommt dieser unglaubliche Gegensatz: „Love, sister, it’s just a kiss away.“ Nach Krieg, Mord und Vergewaltigung plötzlich Liebe – nur einen Kuss entfernt. Das ist der Kern des Songs: Die Welt ist kurz davor, auseinanderzufliegen, aber irgendwo existiert noch die Möglichkeit von Schutz und Liebe. Deshalb wird „Gimme Shelter“ bis heute häufig als einer der besten, wenn nicht der beste Stones-Song, bezeichnet. Und vielleicht ist das Faszinierendste: Er handelt nicht wirklich vom Vietnamkrieg. Er handelt von einer Welt, in der das Gefühl von Sicherheit verschwindet. Genau deshalb funktioniert er auch mehr als 50 Jahre später noch.
Besonderes: Der Song wurde nur in🇺🇸als Single auf den Markt gebracht. Auf der B Side von Brown Sugar! Live gehört der Song zum Pflichtprogramm und ist in der Spiellänge gegen 6:00. Lisa Fisher und später Sasha Allen waren bei den Live Auftritten zuständig für den berühmten Gesang neben Mick Jagger. Beiden Sängerinnen kann attestiert werden, dass sie es auf den Tourneen mit ihren Stimmen den Song toll interpretierten. In New York, im Jahr 2012 war Lady Gaga zu Gast auf der Bühne mit den Stones und kam ebenfalls zu Ehren den Song Gimme Shelter zu begleiten! Die tolle Sängerin war emotional extrem „aufgekratzt“, was man unweigerlich auf dem filmisch festgehaltenen Track unschwer erkennen kann!
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Einige der bekanntesten Coverversionen
- Grand Funk Railroad – 1971
Eine deutlich härtere, bluesrockige Version. Sie war kommerziell erfolgreich und machte den Song einem noch größeren Rockpublikum bekannt. - The Sisters of Mercy – 1983
Sehr düster und atmosphärisch. Ihre Version passt hervorragend zum Gothic-/Post-Punk-Sound der Band. - Patti Smith – hat den Song ebenfalls live gespielt und ihm eine sehr eigene, raue Interpretation gegeben.
- Sheryl Crow – eine der bekannteren späteren Versionen. Sie hat „Gimme Shelter“ mehrfach live aufgeführt und auch mit den Stones selbst gesungen.
- U2 – haben den Song ebenfalls live interpretiert, teilweise gemeinsam mit Mick Jagger bzw. in Stones-bezogenen Auftritten.
- The Hellacopters – rockigere Interpretation, passend zu ihrem Garage-Rock-Stil.
- Stone Sour – eine wesentlich härtere Rock-/Metal-Version.
- Merry Clayton selbst – natürlich besonders interessant: Sie hat den Song später auch in ihren eigenen Liveauftritten gesungen. Damit interpretierte sie ihr eigenes legendäres Original neu.
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Song: Gimme Shelter
Time: 4:31
Classic Rock, Unterstützung ChatGBT