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Roy Buchanan / Musikalische Lebenslinie
Feb. 5, 2026 Künstler-Portrait Hinterlasse einen Kommentar
16 views - verfasst von
a.staeuble
Es gibt im Musik Business so viele unterschätzte und „vergessene“ Künstler. Im Genre Blues ist es definitiv der in den🇺🇸geborene Roy Buchanan. Leider verstarb der Musiker viel zu früh. Der Gitarrist, der eher wie ein Barkeeper aussah, entsprach so gar nicht den Klischee Vorstellungen eines Blues Stars! Sobald er sich seine Telecaster🎸zu eigen machte, merkte man aber ab dem ersten Ton, dass da ein aussergewöhnlich toller Gitarrist am Werk war. Der Musiker wurde aus mehreren Gründen krass unterschätzt – obwohl ihn Gitarristen selbst fast ehrfürchtig verehrt haben. Kurzfassung: falsche Zeit, falsches Image, null Selbstvermarktung. Etwas ausführlicher:
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🎸 1. Andere Gitarristen
Viele Stars (Clapton, Beck, Page) wussten genau, wie gut er war – aber normales Radio-Publikum hörte das kaum.
Er war mehr Gefühl, Dynamik, Zwischentöne als große Refrains. Das beeindruckt Musiker – verkauft aber nicht automatisch Platten.
🎤 2. Keine starke Stimme, kein Frontman-Charisma
In den 70ern ging es um charismatische Sänger und klare Images.
Buchanan:
- introvertiert
- zu bescheiden
- unsicher auf der Bühne
- seine Stimme war „okay“, aber kein Verkaufsargument
- Nur die nötigsten Ansagen an das Publikum
Er stand oft da, spielte unfassbar – und wirkte trotzdem wie ein Typ aus der Kneipe.
💿 3. Unglückliches Timing
Er kam groß raus, als Hard Rock, Arena-Rock und später Disco dominierten.
Sein Stil war:
- tief im Blues
- emotional, leise/loud
- nicht „bombastisch genug“ für Stadien
- wenig spektakulär
Zu bluesig für Rock, zu rockig für Traditionalisten.
🧠 4. Er wollte den Ruhm gar nicht
Ganz wichtig:
Buchanan lehnte große Karrieren bewusst ab (z. B. Angebote von den Rolling Stones oder Jeff Beck).
Er konnte wenig anfangen mit:
- Tourstress
- Medien
- den Rockstar-Zirkus
Ohne Ehrgeiz zur Selbstvermarktung wird man in der Musikindustrie schnell übersehen.
🍺 5. Persönliche Dämonen
Alkohol, Depressionen, innere Kämpfe – das hat:
- seine Zuverlässigkeit geschwächt
- Labels abgeschreckt
- seine Karriere unstetig gemacht
- kein Publikums Magnet
- seine Vermarktung schwierig gemacht
Traurig, aber leider typisch für viele unterschätzte Genies. Extrem introvertierte Musiker stehen sich leider oft selber im Weg! Roy Buchanan hatte aber eine sympathische Art von aussen betrachtet. Er wirkte nicht arrogant, noch war sein Gitarrenspiel der „Effekthascherei“ geschuldet. Er sah aus, wie der nette Nachbar von neben an.
🧠 Das Paradox:
Zu gut, zu ehrlich, zu sensibel für den Mainstream. Nicht wirklich fassbar und somit für Entscheidungsträger seiner Laufbahn eher uninteressant! Er machte es Personen, die im Schaltzentrum der Musikindustrie agierten äusserst schwer. Es war ein Risiko mit ihm langfristig zu planen.
Heute gilt er als:
- einer der größten Telecaster-Spieler aller Zeiten
- Meister von Feedback, Volume-Regler & Dynamik
- Musiker, der mehr sagte mit einem Ton als andere mit 20 Tonlagen
- Im wenigen Noten konnte er alles ausdrücken
- Kult Gitarrist
- der bekannteste unbekannte🎸
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Um den Musiker kennenzulernen empfehlen sich seine früheren Tonträger. Meine persönliche Lieblingsplatte von ihm ist You‘re Not Alone aus dem Jahr 1978. Die gespielten Gitarrenlinien sind unglaublich intensiv und zeigen alles auf, wieso der Gitarrist in seiner Zeit zu den 🔝🎸gehörte! Live Stock aus dem Jahr 1975 ist ebenfalls ein Pflichtkauf und macht deutlich, was er live zustande war aus seiner Telecaster heraus zu zaubern – unglaublich!
Roy Buchanan: 23.9.1939 – 24.8.1988
Genre: Blues
Studiotonträger: 12

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