Musikzeitschriften / Stellenwert / Finanzierung

Die Zeiten wo man seine Informationen in Form von gedruckten Papier einholt, sind schon lange passé. Das gilt für die uns bekannten klassischen Tageszeitungen und umso mehr für die von uns geliebten Musikzeitschriften. Der Abstieg begann eigentlich mit dem weltumspannenden Internet in den späten 90er Jahre. Die gedruckte Form von Informationen und Bilder im Bereich Musik hat inzwischen fast schon nostalgischen Wert, ähnlich dem Medium Schallplatte. Wobei diese seit über 10 Jahren einen grossen Aufschwung zu verzeichnen hat. Die Musikzeitschriften haben aber eine Berechtigung, weil aktuelle Interviews, Storys und Vorstellungen von Tonträgern einfach angenehmer und „lässig“ zu lesen sind. Im deutschsprachigen Raum gibt es immer noch eine Vielzahl von Genre bestimmten Musikzeitschriften. Hier ein Liste von wichtigen Ausgaben:

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Pop/Rock/Metal

  • Rolling Stone (DE)
  • Musikexpress
  • Visions
  • GoodTimes
  • Stereo (musiklastig, HiFi-nah)
  • Eclipsed (Classic Rock, Prog)
  • Classic Rock (deutsche Ausgabe)
  • Uncut (teilweise deutsch vertrieben, UK-Ursprung)
  • Mtalhammer
  • Rockhard
  • Rocks
  • Mint (spezialisiert Vinyl)
  • Bass

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Lässt sich das noch finanzieren? Nehmen wir mal Deutschland als Benchmarkt in Europa!

Bei Musikmagazinen ist der Heftpreis zwar relativ hoch (z. B. 6–10 €), aber:

  • Druck, Papier, Vertrieb und Handelsspanne fressen einen großen Teil davon auf
  • Von einem verkauften Heft bleiben oft nur 1–2 € netto beim Verlag
  • Damit lässt sich keine größere Redaktion finanzieren

Wie solche Magazine trotzdem überleben➡️Beispiel:

Titel wie Metal Hammer, Rolling Stone oder GoodTimes funktionieren meist so:

1. 

Abos statt Kiosk

  • Abos sind planbar, günstiger im Vertrieb
  • Viele Titel haben 50–70 % Aboanteil
  • Auflagen in Plattenladen
  • Abo Aktionen

2. 

Werbung & Spezialanzeigen

  • Labels, Konzertveranstalter, Festivals
  • Besonders wichtig: Themen-Sonderhefte und „Advertorials“
  • Werbeträger bei Veranstaltungen
  • Interviews bei verataltungen
  • Vip Lounge etc.

3. 

Marke statt Magazin

Erfolgreiche Titel sind heute Medienmarken:

  • Events & Festivals (z. B. Metal Hammer Paradise)
  • Sonderausgaben, Sammlerboxen
  • Merchandise
  • Online-Content, Videos, Podcasts

4. 

Kleine, flexible Redaktionen

  • Feste Redaktion oft nur 3–8 Personen
  • Viele Autor:innen arbeiten frei
  • Redaktionsräume oft minimal oder ganz remote

5. 

Leidenschaft statt Reichtum

Realistisch gesagt:

  • Redakteur:innen verdienen meist unter Branchendurchschnitt
  • Hohe Idealismus-Quote
  • Kaum jemand wird dort „reich“
  • Nostalgie Faktor schwingt mit

Ein Musikmagazin stirbt meist, wenn:

  • die Auflage unter ~15.000 fällt
  • Anzeigenmarkt wegbricht
  • keine Events / Zusatzgeschäfte existieren
  • die Marke keine klare Zielgruppe mehr hat

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Fazit:

👉 Ja, Redaktionen können mit solchen Auflagen überleben – aber nur schlank, diversifiziert und mit starker Marke. Ein reines Printgeschäft wäre heute nicht mehr überlebensfähig. Auch bei Musikzeitschriften gilt anfassen und blättern. Bilder sehen weckt aber mehr Emotionen als das durchstöbern im Netz. Obwohl Infos/Bilder aus dem Netz schneller und jederzeit verfügbar sind, muss eine „Lanze für die Musikzeitschrift“ gebrochen werden! Auch der Sammelwert/Ablage darf nicht unterschätzt werden.

Print Medien, Unterstützung ChatGBT

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